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Energiepreise und Vereine

von Stefan Del Fabro
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Viele Vereinsverantwortliche sind verunsichert. Die Energiepreise steigen. Was bedeutet das für den Vereinsbetrieb? Wie kann man als Vorstand beim Thema Energiepreise und Vereine präventiv vorgehen? Was kommt auf uns zu?

Wie vorbeugen beim Thema Energiepreise und Vereine hilft

16’000 Euro kostet den MTV Köln das Gas für den Badebetrieb im Jahr.

Corona hat bereits vielen Vereinen zugesetzt. Nun steigen die Energiepreise und Vereine geraten erneut ins finanzielle Schlingern. „Normalerweise würde ich jetzt das Licht anknipsen» sagt Mathias Grünewald vom Mombacher Turnverein. Grünewald ist Finanzvorstand der Turner und hat ein Reporterteam durch die Anlage des Vereins geführt. Das Licht bleibt aus, denn: «Wir müssen sparen, wo wir können».

Die Kombination aus Pandemie und steigenden Energiepreisen belastet auch die SG Schorndorf: Der geschäftsführende Vereinsvorstand Benjamin Wahl zeigt sich ratlos: «Man fragt sich, wo man das alles wieder reinholen soll, selbst wenn man die Preise angepasst hat».

Das Alleinstellungsmerkmal wird zum bösen Bumerang

Böse getroffen wird auch der MTV Köln. Mit 5’000 Mitgliedern ist er der grösste Breitensportverein in Köln. Erst 2019 wurde das vereinseigene Schwimmbad eröffnet. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, was wir hier mit viel Aufwand betreiben», sagt der Vorstandsvorsitzende Holger Dahlke. Corona zwang die Anlage ein erstes Mal in die Knie. Nun sind es die Energiepreise.

Der MTV gibt für Gas im Jahr rund 16’000 Euro aus. «Würde man sich überlegen, dass sich das verdoppelt, dann wäre das natürlich ein ordentlicher Aufschlag», sorgt sich Dahlke. «Das ist für einen gemeinnützigen Verein nicht mal eben so zu verkraften.»

Auch Kulturvereine sind betroffen. Der Salzburger Verein Theater ecce leidet: «Letztendlich wird es sich so auswirken, dass man weniger Künstler beschäftigen kann“, sagt Theaterleiter Reinhold Tritscher.

Die Pandemie machte viele Vereine erfinderisch. Nicht nur Sitzungen fanden neu Online statt. Es gab auch digitale Sportangebote. Nun aber braucht es mehr, als erfinderisch zu sein. Es steigen die Energiepreise und Vereine bekommen ein finanzielles Problem. Was tun?

Die Checklist für den kühlen Kopf

Verband fragen: Ist dein Verein einem Verband angeschlossen? Frag dort nach.  Man wird bestimmt sagen können, wo du Hilfe findest. Oft gibt es bei den Verbänden schon Kooperationen mit Beratungsstellen.

Mitglieder sensibilisieren: Viel Energie geht aus Unachtsamkeit verloren. Weist per Aushang, E-Mail oder Rundschreiben darauf hin, wie die Energiekosten gestiegen sind.

Taskforce bilden: Bilde eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema auseinandersetzt. Auch der Vorstand sollte in der Gruppe vertreten sein.

Beratung nutzen: Politische Institutionen unterstützen. Das reicht von der Beratung bis zur finanziellen Unterstützung, wenn es darum geht, etwa alte „Stromfresser“ durch Energiespargeräte zu ersetzen. Schweizer Vereine werden auf diesem LINK fündig und erfahren, wie hoch der Strompreis in ihrer Gemeinde überhaupt ist.

Glühbirnen Benutzt eine Steckerleiste, die abgeschaltet werden kann. Wie alt sind die Glühbirnen im Vereinsheim? Es lohnt sich, Uralt-Birnen auszutauschen. Im Vergleich schneiden die LED-Leuchtmittel am besten ab:

  • Alte Glühbirne: ca. 60 Watt
  • Halogenlampe: ca. 45 Watt
  • Energiesparlampe: ca. 35 Watt
  • LED-Leuchtmittel: ca. 7 Watt

Beim Heizen geizen: Lass an der Heizung einen hydraulischen Abgleich durchführen. Durch diesen vom Fachmann durchgeführten Abgleich wird sichergestellt, dass durch alle Heizkörper die richtige Wassermenge läuft.

Die steigenden Energiepreise und Vereine beschäftigen bestimmt auch deinen Vorstand. Was unternehmt Ihr dagegen? Welche Massnahmen sind geplant? Bitte schreib deinen Kommentar und lass andere an guten Ideen teilhaben.

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