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„Sportvereine sind unverzichtbar“

von Stefan Del Fabro
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Der Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS) ist Ansprechpartner für die vielen Sportskanonen, die sich auf 2’300 Mitgliedsvereine aufteilen. Fabio Tuor koordiniert beim ZKS als Verantwortlicher Verbands- und Vereinssupport / Sportförderung diese Ansprüche. Tuor findet: Sportvereine sind unverzichtbar. Was meint er damit? Wie fördert der ZKS den Sport? Wir haben mit Fabio Tuor gesprochen.

Warum sind Sportvereine unverzichtbar?

6 von 366’000 Zürcher Vereinssportlern.

366’000 Menschen sind im Kanton Zürich Mitglied eines Sportvereines. Das sind mehr SportlerInnen, als die zweit- (Winterthur) bis neuntgrösste Stadt (Opfikon) im Kanton Zürich zusammengezählt Einwohner haben! Enorme Zahlen, die zu enormen Bedürfnissen führen. Der Befund ist eindeutig: Sportvereine sind unverzichtbar. 

Fabio Tuor, wo drückt den Vereinen der Sportschuh am meisten? Welche Themen/Anfragen beschäftigen Sie häufig?

Fabio Tuor vom Zürcher Kantonalverband für Sport ZKS: In den letzten zwei Jahren haben sich auch beim ZKS viele Anfragen rund um das Thema Covid-19 und dessen Einfluss auf den Vereinsbetrieb gedreht. Die Thematik «Ehrenamtliche für Tätigkeiten zu finden und auch zu behalten», beschäftigt sowohl Verbände als auch Vereine intensiv. 

Die Pandemie hat hart getroffen. Teils sind die Mitgliederzahlen vor allem bei Sportvereinen dramatisch zurückgegangen. Wie helfen Sie?

Fabio Tuor: Wir erkennen anhand der Rückmeldungen von den Sportvereinen im Kanton Zürich keinen dramatischen Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Die Sportvereine haben auch während der Pandemie grossartige Arbeit geleistet.

Wir unterstützen unsere Mitgliederverbände und Vereine mit verschiedenen Angeboten. Einerseits bieten wir innerhalb des ZKS den Kurs «Ehrenamtliche finden und binden» an. Andererseits möchten wir Unterstützung bieten, Ehrenamtliche bei administrativen Tätigkeiten zu entlasten.

Die ehrenamtlich engagierten Personen sollen sich auf die interessanten Tätigkeiten der Verbands- und Vereinsarbeit fokussieren können. Daher haben wir beispielsweise das Event Management-Tool Evagic mitentwickelt.

Kommen wir zu Ihnen Herr Tuor. Was tut der «Verantwortliche Verbands- und Vereinssupport» beim ZKS?

Fabio Tuor: Mein Verantwortungsbereich ist sehr vielfältig. Ich betreue verschiedene Dienstleistungen und unterstütze unter anderem Sportverbände im Zusammenhang mit der Nutzung der Notfall-App

Was ist die Notfall-App?

Fabio Tuor: Durch die Notfall-App profitieren Sportverbände von selbst definierten Alarmierungsmöglichkeiten, Krisenteams und Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Notfall.

Können Sie weitere Beispiele von Dienstleistungen des ZKS nennen?

Fabio Tuor: 2021 haben wir mit dem Podcast „ZKS Boxestopp“ eine neue Dienstleistung ins Leben gerufen. Dieser gibt VertreterInnen von Sportvereinen und -verbänden praxisnahe Hilfestellungen.

Dieser erscheint vier Mal pro Jahr und behandelt aktuelle Themen aus dem Vereinssport. Ein Thema war die «Ehrenamtlichen der Zukunft». In einer anderen Folge gingen wir auf den Bereich «eine Sportveranstaltung live übertragen» ein und haben beleuchtet, was in Bezug auf den Datenschutz und das Urheberrecht beachtet werden muss.

Bieten Sie und der ZKS auch Face-to-face-Angebote an?

Fabio Tuor: Ja. Verbands- und Vereinsvertreter profitieren seit Anfang 2021 vom ZKS TimeOut. Das ist eine moderierte Reflexion. Es werden Erfahrungen, Erkenntnisse und Herausforderungen ausgetauscht. Dieses TimeOut findet quartalsweise statt.

Welche Feedbacks bekommen Sie?

Fabio Tuor: Bisherige Teilnehmende schätzen die neu erlernten Methoden für den Umgang mit Herausforderungen. Sie loben auch die inspirierende und lehrreiche Vorgehensweise der Coaches.

Zurück zu Ihnen: Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit?

Fabio Tuor: Es fasziniert mich, dass ich mich regelmässig mit verantwortlichen Personen aus Zürcher Sportverbänden austauschen kann. Dabei ist es mir ein Anliegen, dass wir als Kompetenzzentrum und Dienstleister die Bedürfnisse der Zürcher Sportverbände und Sportvereine abdecken können.

Verstehen Sie Ihre Funktion eigentlich als «Mediator»? Oder greift das zu weit?

Fabio Tuor: Dies würde ich nicht so sehen. In meiner Tätigkeit geht es vielmehr darum Interessen der Sportverbände und Sportvereine herauszukristallisieren. Dann kann der ZKS diese als Organisation vertreten und unterstützen.

Auf der ZKS-Website schreiben Sie: «In meiner Tätigkeit beim ZKS möchte ich bedürfnisgerechte Massnahmen entwickeln und umsetzen, welche die Vereine im Bereich des Ehrenamts unterstützen.» Was bedeutet das im Alltag?

Fabio Tuor: Die Landschaft der Sportverbände und Sportvereine im Kanton Zürich ist sehr heterogen. Dies macht meine Tätigkeit sehr interessant, aber auch herausfordernd. Unser Ziel als ZKS ist es, unser Angebot möglichst breit, aber trotzdem individuell abzustimmen. Dies können wir erreichen, indem wir beim Austausch mit den Verbänden bewusst darauf achten, unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse einzubeziehen. Kleinere Verbände werden genauso angehört, wie Verbände mit einer grossen Anzahl von Mitgliedervereinen.

Ebenso betonen Sie auf der Website, dass für Sie «Toleranz und bedingungslose Unterstützung unverzichtbar» seien. Heisst das im Umkehrschluss, dass Sie als Sportler – oder auch jetzt in der Tätigkeit beim ZKS – oft auf Intoleranz stossen?

Fabio Tuor: Nein, im Gegenteil. Gerade der Breitensport dient als sehr gelungenes Beispiel für Toleranz und Zusammenhalt. Dies durfte ich als Mannschaftssportler in der Vergangenheit so erleben. Und so erlebe ich dies nun auch beim ZKS.

In vielen Gemeinden gibt es den Vereinskoordinator. Sie sind in Ihrer Funktion auch ein Koordinator – und zwar zwischen einem grossen Sportverband und den vielen Vereinen. Was raten Sie jemanden, der/die sich für die Aufgabe des Vereinskoordinators auf Sportebene interessiert?

Fabio Tuor: Mein Bereich ist vielfältig.

Fabio Tuor: Die Begeisterung für den Vereinssport ist sicher eine wichtige Voraussetzung. Es ist zudem zentral, ein Verständnis für den Sportverein und dessen Umfeld mitzubringen. Dies ist insofern wichtig, weil Sportvereine von zahlreichen Anspruchsgruppen umgeben sind wie beispielsweise den Kantonalen und nationalen Sportverbänden, dem Bundesamt für Sport, Behörden (Gemeinde, Kanton, Bund) oder den eigenen Vereinsmitgliedern.

Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft. Welche Vereins- und/oder Verbandstrends kommen auf uns zu?

Fabio Tuor: Studien zeigen zum Beispiel einen Trend in Richtung individueller Sportausübung in Fitnesszentren. Doch der Sportverein hat nach wie vor eine sehr hohe Bedeutung insbesondere im Kinder- und Jugendsport. Denn die Sportvereine beschäftigen sich intensiv mit gesellschaftlichen Trends und Fragen. Verbände und Vereine versuchen das Angebot nach zukünftigen Trends und Bedürfnissen auszurichten. Sportvereine sind und bleiben unverzichtbar.

Vielen Dank für die Ausführungen Fabio Tuor vom Zürcher Kantonalverband für ZKS.

Wie hältst es du? Findest du, Sportvereine sind unverzichtbar? Welche Erfahrungen machst du mit Sportverbänden? Wir freuen uns auf deinen Kommentar. 

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