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Der Software-Entwickler: Blick hinter die Kulissen

von Stefan Del Fabro 14. Februar 2022

Software-Entwickler Demian Holderegger: „Simple Designs sehen einfach aus.“

Was passiert eigentlich, wenn du als User ein Ticket bei uns löst? Wer macht Webling? Wie wird Raumkalender zum perfekten Reservationssystem? Warum erscheinen auf vereinsverwaltung.ch informative und unterhaltende Blog-Einträge? Mit dem Blick hinter die Kulissen stellen wir dir die Macher vor. Hier: der Software-Entwickler Demian Holderegger.

Der Software-Entwickler ist „schuld“ bist du genau HIER

In dem Moment, in dem du auf diese Seite schaust, sind deine Augen schon zig mal kreuz und quer über die Oberfläche gehuscht. Die Augen machen den ersten Check und signalisieren dir, ob du überhaupt anfangen sollst zu lesen. Es ist das Design der Seite, die dich packt – oder eben nicht. Erst dann kommen Titel, Bild und Inhalt. 

“Simple Designs gefallen mir”

Demian Holderegger hat auch auf dieser Seite, auf der du gerade bist, die Inhalts-Architektur gebaut. “Das Design sollte das Produkt zum Sprechen bringen.“ Dieses Zitat stammt vom deutschen Designer Dieter Rams. Es könnte aber auch von Demian Holderegger sein. “Simple Designs gefallen mir”, erklärt er. Es sehe einfach aus, sei aber am schwierigsten zu machen. 

Software-Entwicklung im Vordergrund

Design ist Demians Leidenschaft. Aber längst nicht alles, was er bei Webling tut. Er betreut Social Media, schreibt News auf Webling oder pflegt das Change-Log und die Roadmap. Und dann ist da noch die Software-Entwicklung. Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit geht dahin. 

Der Win-Win-Tester

Die Webling-Gründer v.l.n.r.: Laurenz Gamper, Demian Holderegger, Carlos Diener, Lukas Gamper.

Demian setzt neue Funktionen um oder passt alte Codes an. Besonders wichtig sind ihm dabei die Tests. „Für den Code brauche ich 1 Stunde. Und für den Test eine weitere.“ Auf die Frage, ob sich dieser Aufwand lohnt, nickt Demian heftig. „Ja, sogar mega.“

Was nämlich auf den ersten Blick nach mehr Arbeit aussehe, zahle sich mittelfristig unter dem Strich aus. Sind neue Abläufe Webling-intern getestet und für gut befunden, profitiert die Kundin oder der User. Win-Win also. 

Sehnsucht nach Brasilien

Schon 13 Monate im Land des Zuckerhuts und des Corcovado.

Dreizehn Monate seines Lebens hat Demian bereits in Brasilien verbracht. Den digitalen Möglichkeiten sei Dank, hat er von Südamerika aus auch schon seinen Webling-Job gemacht. “Manchmal vermisse ich das Land”, gesteht er. Und schaut durchs Fenster in eine trübe Nebelsuppe. 

Wie die Musketiere

Womit wir bei der Firma sind. An der Struktur von Webling respektive der Betreiber-Firma uSystems GmbH fällt etwas wohltuend auf: Die vier Gründer Laurenz Gamper, Lukas Gamper, Carlos Diener und Demian Holderegger sind weiterhin an Bord. Wie die Musketiere und deren Motto: Einer für alle, alle für einen. 

Infos zum Begriff Softwareentwickler

Zu den Aufgaben als Softwareentwickler gehören «Programmierung mit Programmiersprachen (z.B. C++, PHP, JavaScript)», «Analysieren von Anforderungen an die Software» oder «Aufsetzen und Durchführen von Softwaretests». Der Softwareentwickler kümmert sich um informationstechnische Anwendungen. 

Heiteres Zitat: „Es ist die Hardware, die einen Computer schnell macht; und die Software, die ihn wieder verlangsamt.“ Das sagte der Software-Entwickler Craig Bruce.

Die anderen Weblinge

  • technischer Mastermind – das Porträt über Lukas Gamper
  • Tausendsassa – das Porträt über Laurenz Gamper
  • Zahlen-Gourmet – das Porträt über Carlos Diener 

14. Februar 2022 0 Kommentare
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Vereine

Verein in finanzieller Not – viele Wege führen zu einer Lösung

von Stefan Del Fabro 11. Februar 2022

Wenn ein Verein in finanzieller Not ist, ist guter Rat teuer. Aber wie sagt ein legendärer Werbespruch? Nichts ist unmöglich. Ein paar Tipps, wie du deinen Verein aus dem Finanz-Schlamassel holen kannst. 

Wer hilft einem Verein in finanzieller Not? 

Werde bloss nicht neidisch auf die FIFA. Der Weltfussballverband schwimmt im Geld. Allein die WM 2018 schwemmte fast 5 Milliarden (=5’000 Millionen!) Euro in die FIFA-Kassen. Kein anderer Verband oder Verein verfügt über derartige Mittel. Was tun, wenn dein Verein in finanzieller Not steckt – aber du keine Fussball-WM als Backup hast?

Möglichkeit: Stiftungen

In der Schweiz gibt es (Stand Ende 2020) 13’377 gemeinnützige Stiftungen. Die Hälfte davon sind Förderstiftungen. Das Stiftungsvermögen liegt bei 100 Milliarden Franken. Ist dein Verein in finanzieller Not oder braucht Anschub-Finanzierung für ein Projekt, ist das Stiftungs-Marketing ein guter Ansatz.

Worauf du bei einer Stiftungs-Eingabe speziell achten solltest, erläutern wir demnächst. Auf dieser Plattform erscheint ein speziell dem Thema „Stiftungsmarketing“ gewidmeter Text. 

Möglichkeit: Crowdfunding

«Durch fehlende Einnahmen sind unsere Reserven nun leider aufgebraucht. Wir sehen als letzte Lösung, uns durch Crowdfunding zu retten.» Der Dart-Verein «Otter Darters» aus dem zürcherischen Gossau gelangt mit diesem Appell an die Öffentlichkeit. Ein Dart-Verein in finanzieller Not setzt auf Crowdfunding. 

Zielgenauigkeit hilft beim Crowdfunding.

Funktionierten tut dies so: Eine Vielzahl an Menschen – die Crowd – unterstützt ein Projekt finanziell. Crowdfunding-Projekte laufen Online. Im Vorfeld wird eine Mindestsumme definiert, die in einem festgelegten Zeitraum erreicht werden muss. Wird die angestrebte Summe nicht erreicht, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

  • Plattformen Schweiz
    crowdify.net/de
    wemakeit.com
    lokalhelden.ch
  • Plattformen Deutschland
    crowdfunding.de/plattformen
    startplatz.de/crowdfunding-plattformen
  • Plattform Österreich
    crowdfunding.at

Auch dem Crowdfunding widmen wir demnächst einen ausführlichen Text. 

Möglichkeit: Lotteriefonds

Für Vereine kann auch der Lotteriefonds hilfreich sein. Die Swisslos-, Lotterie- und Sportfonds der Deutschschweizer Kantone und des Kantons Tessin unterstützen mit den Lotterieerträgen jährlich weit über 17’000 Projekte in den Bereichen Kultur, Sport, Umwelt und Soziales. In dieser Übersicht findest du alle Ansprechpartner und wichtigen Adressen. 

Möglichkeit: Spendenparlament

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Belgien (Brüssel) gibt es Spendenparlamente. Das erste wurde in den 1990ern in Hamburg gegründet. 

Vorreiter Hamburg: hier wurde das erste Spendenparlament gegründet.

Man gibt als Verein ein Projekt ein. Wird dieses für gut befunden, wird man eingeladen. Direkt im Parlament kann man sein Projekt und den Finanzbedarf vorstellen. Sehr oft werden Gelder gesprochen. 

Hier findest du eine praktische Übersicht aller Spendenparlamente von Basel oder Bonn über Dortmund nach Kiel bis Zürich.  

Worauf solltest du achten, wenn du eine Eingabe bei einem Spendenparlament machst? Wir haben nachgefragt. Bald erscheint auf dieser Plattform auch zu diesem Thema ein eigener Artikel. 

Möglichkeit: Öffentlichkeit 

Ist dein Verein etabliert und in deiner Region gut bekannt? Dann hilft manchmal auch der Gang an die Öffentlichkeit. Mit einer Medienmitteilung oder gezielter PR machst du auf die finanzielle Misere deines Vereins aufmerksam.

Aber Vorsicht: drück nicht zu heftig auf die Pleite-Drüse. Der Schreibende war einst für einen gemeinnützigen Verein in finanzieller Not tätig. Der mediale Auftritt führte dazu, dass Lieferanten ihre Ware nur noch gegen Barzahlung abgeben wollten. Tenor: «Ihr steht ja kurz dem Ruin.»

Die gute Seite: die aufgeschreckte Öffentlichkeit griff dem kriselnden Verein mit Spenden unter die Arme. Die Pleite konnte abgewendet werden. Der Verein existiert heute noch. 

Möglichkeit: Humor

Wenn es um Geldnot bei Vereinen geht, tauchen medial häufig Fussballclubs auf. Aber nicht nur Profivereine wie der FC Barcelona darben. Auch in der achthöchsten Schweizer Liga – fernab von der Champions League – wird zuweilen das Geld knapp.

Durch die Coronamassnahmen hat sich die finanzielle Lage des FC Trübbach verschlechtert. Aber statt zu jammern, wurde der FCT kreativ. Es wurde ein Jahreskalender gemacht. Und zwar mit «freizügigen und gleichzeitig humorvollen Bildern». Ein Vorstandsmitglied: «Die sich ablichten liessen, überzeugen mit Waschbrettbäuchen und einer nötigen Prise Humor.»

Möglichkeit: Fundraising

Ist dein Verein den Kinderschuhen entwachsen? Hast du schon Personal? Dann denk doch über die Verpflichtung eines Fundraisers nach. Der Schwerpunkt des Fundraising liegt auf der Beschaffung von Geldmitteln. Fundraiser arbeiten in der Regel für eine Non-Profit-Organisation. Das sind zumeist gemeinnützig tätige Vereine. Du kannst jemanden einstellen oder projektbezogen externe Unterstützung holen.

Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

Wir drücken die Daumen, dass aus deinem Verein in finanzieller Not bald wieder ein prosperierender Club wird. Wenn die Gelder kommen, musst du parat sein. Nicht nur dein Kassier wird es dir danken. In dieser Übersicht siehst du, was deine Buchhalterin oder dein Säckelmeister benötigt.

  • Stiftungsmarketing für Vereine lohnt sich
  • Mach mal Crowdfunding

Über Geld spricht man nicht. Aber man kann ja drüber schreiben. Darum freuen wir uns auf deinen Kommentar. 

11. Februar 2022 0 Kommentare
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Vereine

Jahresbericht für Vereine – Experten geben Tipps

von Stefan Del Fabro 9. Februar 2022

Alle Vereine machen ihn. Obwohl es gar keine gesetzliche Pflicht ist. Der Jahresbericht für Vereine ist ein Soll, kein Muss. Experten geben Auskunft. Du findest zudem einen praktischen Link, der dir als Vorlage helfen kann.

Jahresbericht für Vereine: Vom dicken Buch zum dünnen Flyer

Ein Jahresbericht ist kein Muss, jedoch eine gute Übersicht für alle Mitglieder und Partner.


Juristisch vorgeschrieben ist der Jahresbericht also schon mal nicht. Darauf verzichten tut jedoch kaum ein Verein. Warum auch? Auch der Umfang ist frei. Da gibt es alles: vom dicken Jahresbuch zum dünnen Flyer. Wir haben uns mit zwei Fachleuten ausgetauscht.

Unsere Auskunftspartner sind:

  • Sonja Gauler Leitung Administration & Finanzen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Verein Suneboge
  • Herbert Mattle, Präsident vom Veb, dem Schweizer Verband für Rechnungslegung und Controlling

Was sollte im Jahresbericht für Vereine enthalten sein?

Herbert Mattle: Ich nenne es «interessante Informationen». Die Entwicklung der Mitglieder, die Tätigkeiten des Vereines oder besondere Vorkommnisse. Je nach Statuten kommt auch noch das Budget hinzu. Im Jahresbericht für Vereine kommt oft der Präsident ausführlich zu Wort. Es gibt einen Rückblick über Entwicklung und Geschehen im Verein, meistens auch einen Ausblick.

Wie wichtig ist Ihr Jahresbericht im Umgang mit PartnerInnen, SpenderInnen, Mitarbeitenden, usw.?

Sonja Gauler: Im Alltag dient er zum Versand an unsere Mitglieder, SpenderInnen. Er geht auch an die verschiedenen Kostenträger der KlientInnen und an andere Institutionen. 

Wozu dient der Jahresbericht?

Herbert Mattle: Er sollte als Marketing-Instrument angesehen werden. In der Form und Grösse soll der Bericht dem Verein angepasst sein. Erlaubt ist im Prinzip alles, selbst der einseitige Flyer. Hinzu kommen dann noch die Rechnung und die Revision. 

Wie und wann geben Sie den Jahresbericht weiter?

Sonja Gauler: Bei Führungen und Anlässen tun wir das oft. Damit können wir bei all den verschiedenen TeilnehmerInnen und BesucherInnen aus den unterschiedlichsten Gruppen auf unsere wichtige Arbeit hinweisen. 

Nicht nur Vereine, auch Firmen geben Jahresberichte heraus. Wo ist der Unterschied?

Herbert Mattle: Bei Firmen heisst es «Geschäftsbericht». Bei KMU enthalten diese die Jahresrechnung mit Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang. Bei grösseren Unternehmen kommen noch Geldflussrechnung, Konzernrechnung, Lagebericht hinzu. Mit dem «Jahresbericht» ist die Berichterstattung über das abgelaufene Berichtsjahr gemeint.

Und worauf legen Sie besonders Augenmerk, Sonja Gauler?

Sonja Gauler: Wir versuchen immer unseren bunten und vielfältigen Suneboge-Alltag zu spiegeln. Das vergangene erlebte Jahr dient uns für Motto und Zitat. Dies versuchen wir bestmöglich in unseren Texten zu integrieren und in den Fotos wählen wir aus möglichst interessanten Blickwinkeln. Gerne beschreiben wir unsere Arbeit mit Menschen am Rande der Gesellschaft. Wir zeigen deren spannende Geschichten und auch deren Integration. An unseren Bogenkulturveranstaltungen sammeln wir unsere Bilder. Manchmal dürfen und können wir auch ein Foto eines Klienten oder Besuchers als Titelbild nutzen. So wie im Jahr 2020.

Vielen Dank Sonja Gauler vom Suneboge und Herbert Mattle vom Veb.

Der Link zum Jahresbericht

Der Suneboge stellt uns seinen Jahresbericht 2020 als Download zur Verfügung. Nutze diese Gelegenheit und schau rein. Bestimmt findest du Inputs oder Ideen.

Der Verein Suneboge ist in Zürich zuhause. Er bietet sozial desintegrierten und psychisch beeinträchtigten Menschen in einem geschützten Rahmen Wohnraum und Arbeitsplätze an.

Im Veb sind schweizweit über 9’000 Mitglieder vereint. Dazu zählen ExpertInnen in Rechnungslegung und Controlling sowie InhaberInnen des Fachausweises im Finanz- und Rechnungswesen.

Hast du Fragen zum Jahresbericht für Vereine? Wie wird das Thema in deinem Vorstand gehandhabt? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.  

9. Februar 2022 0 Kommentare
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Vereine

Jahresabschluss für Vereine – Leitfaden für Neulinge und alte Hasen

von Stefan Del Fabro 4. Februar 2022

2021 ist vorbei. Nun wartet der Jahresabschluss für Vereine. Worauf muss der Säckelmeister, die Kassierin achten? Welches sind die Stolpersteine? Ein Experte gibt Tipps. Er sagt: „Ehrlichkeit und Transparenz sind wichtig.“

Wo lauern Fallen beim Jahresabschluss für Vereine?

Der Jahresabschluss darf nicht verwirren. Er soll verständlich und nachvollziehbar sein.

Du kannst einen Treuhänder fragen, eine Revisorin, einen Buchhalter und Dr. Google. Oder du fragst Carlos Diener. Praktischerweise haben wir die ausgewiesene finanzielle Expertise inhouse.

Carlos Diener ist bei Webling für die Finanzen zuständig. In dieser Funktion hat er über die Jahre viele hundert Abschlüsse gesehen und weiss mehr über Buchhaltung als manch ausgebildeter Buchhalter. Wir haben mit Carlos übers Thema «Jahresabschluss für Vereine» gesprochen.

Worauf sollte ein neuer Vereins-Kassier sein Hauptaugenmerk richten, wenn er erstmals den Jahresabschluss verfasst?

Carlos Diener: Alle Berichte sollten, wenn möglich, mit dem letzten Bericht vergleichbar sein. Sofern es keinen dringenden Grund gibt, sollten Änderungen langsam und schrittweise eingeführt werden. Zum Beispiel beim Kontenplan. Es ist wichtig für Vorstand und Mitglieder, dass man die Daten vom aktuellen Jahr mit den vergangenen vergleichen kann.

Gibt es Ausnahmen bei hohen Umsätzen oder grossen Organisationen?

Carlos Diener: Bei jedem Verein sind die GoBD bzw. Grundsätze ordnungsgemässe Buchführung  zu beachten. Grosse Organisationen bzw. mit hohen Umsätzen oder speziellen Spartenanforderungen, betreffen zusätzliche Bestimmungen oder Fachempfehlungen wie z. B. von IFRS, GAAP-US und Swiss GAAP FER.

Was sind die Grundsätze der ordnungsgemässen Buchführung?

Carlos Diener: Es ist die vollständige, wahrheitsgetreue und systematische Erfassung der Geschäftsvorfälle und Sachverhalte. Man muss alle Vermögenswerte abbilden. Damit meine ich nicht nur Hauptkasse/Konto. Es braucht Belegnachweise für die einzelnen Buchungsvorgänge.

Kannst du das präzisieren?

Carlos Diener: „Keine Buchung ohne Beleg“ ist hier als Beispiel zu nennen. Bei Einnahmen ist das meist eine Rechnung, bei Ausgaben sind Belege aufzubewahren.

Wichtig ist auch die Klarheit. Einfach gesagt: nichts vertuschen und so verbuchen, dass ersichtlich ist, wofür man Geld ausgibt und einnimmt. Man sollte zum Beispiel sehen, was die wichtigen Einnahmequellen sind und wofür man das Geld eingesetzt hat.

Was muss der Jahresabschluss für Vereine im Hinblick auf die Revision beachten?

Carlos Diener: Der Revisor oder alle sonst berechtigten Parteien sollen auf Wunsch oder bei Bedarf prüfen können, ob alles seine Richtigkeit hat. Empfehlen kann ich:

  • Arbeite mit deinem Revisor/Treuhänder/Steuerberater zusammen und nicht gegen ihn.

  • Erstelle den Jahresabschluss so, dass für alle Involvierten möglichst einfach zu verstehen ist, wie das vergangene Jahr lief. Falls möglich und sinnvoll, erstelle zusätzliche Auswertungen, welche eine bestimmte Entwicklung hervorheben.

  • Erwähne Unregelmässigkeiten und weise explizit darauf hin. Falls möglich, liefere auch eine Erklärung dafür.
    Beispiele: Weniger Einnahmen wegen Corona oder ausserordentlicher Spendeneingang oder sonstige ausserordentliche Vorkommnisse.

Bis wann muss der Abschluss spätestens vorliegen?

Carlos Diener: Man sollte nach dem Ende des Rechnungsjahres nicht zu lange zuwarten. Sinnvoll ist es sicherlich auch die Termine mit Revision und Jahresversammlung im Blick zu haben.

Interviewpartner Carlos Diener: „Alle Vermögenswerte abbilden“.

Eine Abstimmung mit allen Involvierten ist immer sinnvoll. Zum Beispiel möchte der Vorsitzende/Präsident wahrscheinlich auch das Ergebnis zumindest kurz im Jahresbericht erwähnen. Vor allem, falls etwas Ungewöhnliches im letzten Rechnungsjahr vorgefallen ist, ist es zu empfehlen, frühzeitig darüber zu informieren.

Was ist dein Grundsatz-Tipp für alle Säckelmeister oder Kassierinnen?

Carlos Diener: Empfehlen kann ich sicherlich, dass man die Buchhaltung regelmässig nachführt. Somit steht man nicht vor einem Berg Arbeit ist und muss eventuell Belegen nach laufen.

Was ist wichtig?

Carlos Diener: Es soll verständlich und nachvollziehbar sein. Das schafft Vertrauen. Ehrlichkeit und Transparenz sind enorm wichtig. Unklarheiten, Unbekanntes und Ausserordentliches sollte sofort und nicht erst am Ende des Jahres kommuniziert werden.

Hast du zum einen Best-off-Tipp?

Carlos Diener: Das Beste ist, wenn man jemanden hat, den man bei Unklarheiten fragen darf. Hat man das, sollte man das auch unbedingt in Anspruch nehmen. (Vorgänger, Fachperson, Revisor, etc.).

Möchtest du deinen Jahresabschluss vereinfachen? Mit Webling Vereinssoftware ist er in wenigen Schritten erledigt. Ausprobieren lohnt sich, damit der Jahresabschluss zum Kinderspiel wird. 

4. Februar 2022 0 Kommentare
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Vereine

Der Sitz des Vereins

von Stefan Del Fabro 1. Februar 2022

Kann oder darf mein Verein zwei oder mehrere Sitze haben? Es mag zwar verlockend sein, neben Obersiggenthal auf Barbados einen Zweitsitz einzurichten. Erlaubt ist es nicht. Der Sitz des Vereins ist einmalig. Aber es gibt «Ausnahmen». 

Die knifflige Auswahl beim Sitz des Vereins

Exotik ist gut – der juristische Sitz des Vereins ist aber einmalig.

Natürlich darfst du für deinen Verein auch in der Karibik in die Tasten hauen. Zu tun gibt es schliesslich immer etwas. Es ist auch nicht verboten, dich mit deinen VorstandskollegInnen via Video-Call auszutauschen, während im Hintergrund das Meer ruft. Das heisst aber noch lange nicht, dass der Sitz des Vereins nun AUCH auf Barbados oder Jamaika sein darf. 

Gehört der Vereinssitz in die Statuten?

Es ist nicht vorgeschrieben, dass ein Vereinssitz in den Statuten genannt wird. Nach Art. 56 ZGB befindet sich der Sitz, wenn die Statuten es nicht anders bestimmen, an dem Ort, wo die Verwaltung geführt wird. Den Sitz in den Statuten zu nennen, lohnt sich jedoch. Vor allem, wenn die Vorstandsmitglieder in verschiedenen Orten wohnen. 

Der Vereinssitz ist quasi der Wohnsitz

Der Sitz ist eine politische Gemeinde. Er kann frei gewählt werden Am Vereinssitz befindet sich der Gerichtsstand und das Steuerdomizil. Lässt sich der Verein in das Handelsregister eintragen, dann macht er das am Ort seines Sitzes. Der Sitz ist also gleichbedeutend mit dem, was du für dich als Wohnsitz verstehst. 

Die «Ausnahmen»

Machen wir ein Beispiel. Zwei Sportvereine aus zwei Nachbardörfern wollen fusionieren. Beide Vereine hatten ihren Sitz bisher in ihrem Ort. Welches ist nun der künftige Sitz? Auch wenn sich das viele Fusionäre wünschen, Sitze in beiden Dörfern zu haben, ist nicht zulässig. Aber du kannst in den Statuten – die bei der Fusion sowieso neu verfasst werden müssen – einen «alternierenden Sitz» festhalten. Heisst, der Sitz des künftigen Vereins befindet sich am Wohnsitz des jeweils amtierenden Präsidenten. 

Und: Die Vereinsadresse (Rechtsdomizil) kann unabhängig vom Sitz geführt werden. Dazu gibt es übrigens von der Schweizer Post ein famoses Angebot. Die Vereinsadresse ist die ideale Lösung für Vereine ohne feste Domiziladresse: Sämtliche an den Verein adressierte Sendungen werden von der Post automatisch an die Privat- oder Firmenadresse der zuständigen Person weitergeleitet. 

Situation Deutschland

Im September 2019 erreichte uns die Frage des Lesers Oliver. Er fragte, ob er auch von «Deutschland aus einen Verein in der Schweiz gründen» darf. Unsere Antwort: «Für einen Verein in der Schweiz benötigst du eine Adresse in der Schweiz. Daher kannst du nicht ohne weiteres von Deutschland aus einen Verein in der Schweiz gründen.»

Während in der Schweiz der Sitz des Vereins in den Statuten nicht genannt werden muss, sieht das in Deutschland anders aus. Als Sitz muss in der Satzung ein bestimmter Ort (Stadt, Stadtteil, Gemeinde, Ortsteil) in Deutschland angegeben werden. Nach dem Sitz des Vereins bestimmt sich der Gerichtsstand.

Hast du eine Frage oder Vorschläge? Wir freuen uns auf deinen Kommentar. 

Magst du weitere Vereinstipps? Trage deine E-Mail im Newsletter ein.

1. Februar 2022 0 Kommentare
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