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Vereine

Statuten für Vereine – worauf es ankommt

von Stefan Del Fabro 28. Januar 2022

Niemand schreibt sie gerne. Aber Statuten für Vereine (oder die Satzung) sind notwendig. In diesem Text findest du Links zu Vorlagen oder Musterstatuten. 

Warum die Statuten für Vereine schriftlich vorliegen müssen

Eine Vereinsidee zu haben ist das eine. Dann kommt die Kleinarbeit. So braucht es unter anderem Statuten. Denn:

  • Statuten sind die Basis eines Vereins. 
  • Statuten müssen an der Gründungsversammlung genehmigt werden.
  • jede Änderung kann nur von der Mitgliederversammlung abgenommen werden.
  • Statuten müssen schriftlich vorliegen.

Soweit die Grundlagen. Nur – wie schreibt sich das nun? Klick hier oder hier in Musterstatuten ein. Die Vorlagentexte kannst du gut übernehmen. 

Statuten verändern? 

Dein Verein existiert. Das Vereinsleben macht Spass. Nun wünscht ein Mitglied oder eine Gruppe eine Anpassung. Der Vorstand fragt sich: «Wie kann ein Verein seine Statuten verändern?» Eine häufig gestellte Frage. Die Antwort ist simpel: «Die Statuten eines Vereins werden von der Vereinsversammlung / Generalversammlung geändert.“

Und dann kommt das kleiner Gedruckte. „Um die Statuten gültig ändern zu können, muss die Statutenänderung als Traktandum in der Einladung zur GV aufgeführt werden. Wenn die GV der Statutenänderung zustimmt, werden die Statuten geändert.“

Mühselig – aber keine Raketenwissenschaft

Auch deine Statuten-Rakete hebt ab.

Du siehst, bis hierher möge das Erstellen oder Anpassen der Statuten für Vereine ein zweckmässiges Übel sein. Eine Raketenwissenschaft ist es aber nicht. Vielleicht gibt es in deinem Vorstand, deinem Verein sowieso jemand, der dies gerne tut. Jemand, der sich mit Verve in kniffelige Texte einliest und wie das fleissige Eichhörnchen nicht nur jeden Kommafehler findet. Sondern sich auch mit Hingabe um die rechtlichen und inhaltlichen Details kümmern mag. Doch, solche Leute gibt es. Frag ihn/sie. 

Und wie ist es rechtlich?

Die rechtliche Situation ist geregelt im Art. 65 Abs. 1 ZGB.  Kurz zusammengefasst steht da, «… es entscheidet die Vereinsversammlung über alle Angelegenheiten, die nicht anderen Organen übertragen wurden.“

Gemäss Art. 67 Abs. 3 ZGB muss ein Entscheid „vor der Versammlung angekündigt werden. Ansonsten kann der Beschluss darüber nicht gefasst werden.»

Übersicht über andere Regionen

Statuten für Vereine respektive die Satzung interessiert auch in anderen deutschsprachigen Regionen. Klick dich in dein Land, deine Region. Du findest jeweils am Ende des Kurztextes einen Link:

  • Deutschland „Der Verein führt den Namen „XY“. Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden…“ WEITERLESEN
  • Österreich „Die Statuten bilden die Grundlage der Organisation eines Vereins. Die Gestaltung der Organisation…“ WEITERLESEN
  • Liechtenstein „Unter dem Namen „XY“ besteht ein Verein gem. Art. 246 ff. im Sinne des PGR und der…“ WEITERLESEN
  • Spanien* „Die Vereinssatzung muss von den drei Gründungsmitgliedern unterschrieben werden…“ WEITERLESEN

Idee oder Frage? Schreib einen Kommentar.

Hast du Anmerkungen oder Vorschläge? Dann schreib uns einen Kommentar. Vielen Dank für dein Interesse. 

PS: Staunst du, dass wir Spanien in die obige Liste aufgenommen haben? Auf Mallorca gibt es einige deutschsprachige Vereine. Und damit meinen wir nicht die Partyclubs am Ballermann…

Lust auf weitere Vereinstipps? Trage deine E-Mail im Newsletter ein. Wir freuen uns auf dich. 

28. Januar 2022 2 Kommentare
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Vereine

Aufbewahrungsfristen für Vereine

von Karl Gunkel 26. Januar 2022

Welche Aufbewahrungsfristen für Vereine müssen beachtet werden? Was muss wie lang behalten werden? Gelten die Vorgaben nur für „analoge“ Dokumente? Oder genauso für die digitale Ablage? Unser Deutschland-Experte Karl Gunkel mit der praktischen Übersicht. 

Welche Unterschiede in der Aufbewahrungsfrist gelten?

Aufbewahrungsfristen für Vereine: länger ist besser.

Jetzt, kurz nach dem Jahreswechsel möchte man gerne alte Akten entsorgen. Die verstauben sonst nur in irgendeinem Keller. Aber: In Deutschland gilt Paragraph 147 der Abgabeverordnung auch für Vereine. 

Grundsätzlich wird in der Abgabenordnung für steuerlich relevante Unterlagen zwischen einer sechs- und einer zehn-jährigen Abgabefrist unterschieden. Darüber hinaus sollte man im Verein auch noch das eine oder andere länger aufbewahren. 

Kleinere Vereine mit einem geringen Aktenanfall können es sich einfach machen. Die können alle aufbewahrungs-pflichtigen Akten zehn Jahre aufbewahren. Für alle anderen Vereine ist es sinnvoll, die Akten so strukturiert abzulegen, dass man beim Aussortieren nicht jedes Blatt in die Hand nehmen muss. 

Wann beginnen die Aufbewahrungsfristen?

Grundsätzlich beginnt die Aufbewahrungsfrist mit dem Beginn des folgenden Geschäftsjahres. Beispiel: Für eine Rechnung mit dem Datum 28.12.2021 beginnt die Aufbewahrungsfrist am 1.1.2022 und endet am 31.12.2031. 

In Wirklichkeit beginnen die Aufbewahrungsfristen für Vereine meistens später. Nämlich dann, wenn der Jahresabschluss erfolgt ist. Wenn also der Jahresabschluss 2021 erst im Juni 2022 festgestellt wird, beginnen die Aufbewahrungsfristen am 1.1.2023. 

Tipp: Die Belege immer zwei Jahre länger aufbewahren, als vorgeschrieben. Wenn man also die Zehn-Jahresbelege zwölf Jahre und die Sechs-Jahresbelege acht Jahre behält, ist man auf der sicheren Seite.

Die Vereins-Akten strukturiert ablegen.

Auch wenn Betriebsprüfungen und Bescheide noch nicht endgültig abgeschlossen sind oder zu einzelnen Steuersachverhalten Klageverfahren anhängig sind, laufen die Aufbewahrungsfristen nicht ab.

Gelten die Aufbewahrungsfristen auch für E-Mails?

Ja. Sofern die E-Mails einen buchhaltungsrelevanten Inhalt haben, sind diese genauso wie Papierdokumente zu archivieren.

Ist elektronische Archivierung zulässig? 

Prinzipiell ja. Die Jahresabschlüsse müssen in Papierform archiviert werden. Mehr dazu unten bei „Tipps und Links für kluge Archivierung“.

Zehnjährige Aufbewahrungspflicht (Regelaufbewahrungsfrist)

Folgende Belege müssen zehn Jahre aufbewahrt werden:

  • Rechnungen
  • Quittungen
  • Auftragszettel
  • Bankauszüge
  • Buchungsanweisungen
  • Gehaltslisten
  • Kassenberichte, Kontoauszüge
  • Portokassenbücher
  • Aufnahmeanträge von Mitgliedern sowie Kündigungserklärungen der Mitglieder
  • Bilanzen
  • Abgelaufene Verträge, Versicherungspolicen
  • Eventuell Steuererklärungen und Bescheide
  • Zuschussanträge und Förderungsbescheide
  • Abrechnungen für Leistungen gemäß SGB (Sozialgesetzbuch) 

Zehnjährige Aufbewahrungspflichten für gemeinnützige Vereine

  • Aufzeichnungen der Einzelspenden (Spender, Zeitpunkt der Vereinnahmung der Spende, Verwendungsnachweis)
  • Duplikat der Zuwendungsbescheinigung
  • Bei Sachzuwendungen oder bei Verzicht auf Erstattung von Aufwand und Vergütung entsprechende Unterlagen

Sechsjährige Aufbewahrungspflicht 

Handels- und Geschäftsbriefe, soweit diese für buchhaltungspflichtige Vorgänge relevant sind. 

Freiwillige Aufbewahrung

Über die Zehn-Jahresfrist hinaus ist es empfehlenswert, Lohnnachweise, Arbeitsverträge, Gehaltsabrechnungen und Sozialversicherungsunterlagen länger zu aufzubewahren. Das greift dann, wenn der Verein Personal  beschäftigt.

Es kann vorkommen, dass jemand beim Beantragen der Rente Lücken feststellt, die zu schließen sind. Da ist es hilfreich, wenn man als ehemaliger Arbeitgeber die Unterlagen noch hat.

Sinnvoll ist es, auch Versicherungspolicen, Arbeitszeugnisse, Ausbildungsurkunden, Mietverträge etc. über die gesetzlichen Fristen hinaus aufzubewahren.

Der Chronist wird’s danken

Nicht verzagen. Vereins-Chronist fragen.

Empfehlenswert ist es auch, alle Protokolle der Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen und die Satzungen „ewig“ aufzubewahren.

Auch Fotos, Unterlagen über Ehrungen etc. Wenn ein Verein zu einem Jubiläum eine Chronik erstellen will, wird’s der arme Chronist danken, wenn er auf alte Unterlagen zurückgreifen kann.

Tipps und Links für kluge Archivierung

Vom Verein „Gartenfreunde Schleswig e.V.“ empfehlen wir diesen Link. Er führt zu einer umfangreichen Liste der aufzubewahrenden Dokumente. 

Die smarte Vereinssoftware Webling hilft mit der Archivierung der Unterlagen. Hier kann man die Jahresabschlüsse, Kontoauszüge etc. downloaden. 

Welche Erfahrungen machst du mit den Aufbewahrungsfristen für Vereine? Unterstütze unsere Community mit Tipps oder eigenen Erkenntnissen. Vielen Dank.

26. Januar 2022 1 Kommentieren
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Vereine

«Ich bin in einem Verein, weil…»

von Stefan Del Fabro 24. Januar 2022

Du weisst, warum du Mitglied in diesem Vorstand oder jenem Verein bist. «Ich bin in einem Verein, weil…». Es interessiert uns, welches die Gründe für ein Vereins-Engagement sind. Also fragen wir unsere Newsletter-Abonnenten, warum sie sich einsetzen und was die Stärken ihres Vereins sind. 

Wie selbstlos ist dein Vereins-Einsatz?

„Etwas zurückgeben an die jungen Talente.“

«Ich bin in einem Verein, weil ich etwas zurückgeben kann», meldete ein User zurück. «Ich kann etwas bewirken», schrieb ein Anderer «und es macht einfach Spass».

Ein Weiterer schrieb: „Weil ich den Menschen etwas zurück geben will und mehr habe, als ich benötige.“

Jemand, der in einem Verein tätig ist, der Menschen mit „akuten und chronischen Lungenerkrankungen“ unterstützt, setzt sich ein, weil „ich den Betroffenen helfen möchte im Alltag besser zurecht zu kommen um ihre Lebensqualität zu verbessern.“

Der rote Faden

Das Altruistische respektive die Selbstlosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Antworten. «Weil die Menschen, denen wir helfen, uns am Herzen liegen», begründete jemand, der in einem gemeinnützigen Verein tätig ist. 

Viele Reaktionen kamen aus dem Sportbereich. Ein Judoka antwortete: «So kann ich etwas zurückgeben an die jungen Talente.» Ein anderer befand: «Ich habe Freude an der Weitergabe des Wissens.»

«Unser Verein ist auf Augenhöhe»

Die «Freude an der Weitergabe» ist eine der Motivationen. Eine andere ist der oft genannte «gute Zusammenhalt in unserem Verein». So schrieb ein User: «Unser Verein ist familiär, freundschaftlich, modern, auf Augenhöhe». Ein weiterer nannte «das Miteinander», ein anderer unterstrich «die Flexibilität». 

Verein und Zusammenhalt

Die deutsche Bertelsmann-Stiftung gibt regelmässig das Change-Magazin heraus. Die Ausgabe 1/2018 befasste sich ausführlich mit dem Thema «Verein und Zusammenhalt». Lade das Pdf herunter und lies über andere motivierte Vereins-Menschen und ihre Geschichten.

24. Januar 2022 0 Kommentare
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Vereine

Die Mitgliederversammlung für Vereine

von Stefan Del Fabro 21. Januar 2022

Die Mitgliederversammlung für Vereine ist vielen Vorständen ein lästiges Muss. Mach daraus doch ein famoses Soll.

Wenn du es richtig anpackst, freuen sich deine „Schafe“ auf die Jahresversammlung.

Worauf du bei der Mitgliederversammlung achten solltest

«Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ Nobelpreisträger Albert Einstein hat das einst gesagt.

Besonders populär ist die Durchführung der VV, MV oder GV nicht. Unser User Marc kommentierte am 21. Februar 2019: «Bei vielen Vereinen ist die Mitgliederversammlung ein eher unbeliebtes Thema. Termin finden, Ort finden und dann sollte auch noch jemand teilnehmen.»

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Auch Marc trifft, wie Einstein, den Nagel auf den Kopf. Zumal mit Corona ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu gekommen ist. Falls du wegen der Pandemie unsicher bist, empfehlen wir die GV nicht abzusagen. Verschieb sie auf unbestimmte Zeit, wenn dies ohne Gefahr für die Gesundheit der Mitglieder möglich ist.

Worauf du achten musst

Gut absprechen, wer was macht.

Die Vereinsversammlung ist im Art. 64 ZGB gesetzlich geregelt. Die ersten drei Punkte sind eminent:

  • Die Versammlung der Mitglieder bildet das oberste Organ des Vereins.
  • Sie wird vom Vorstand einberufen.
  • Die Einberufung erfolgt nach Vorschrift der Statuten und überdies von Gesetzes wegen, wenn ein Fünftel der Mitglieder die Einberufung verlangt.

Wer macht was?

Einberufen wird die Versammlung also vom Vorstand. Und organisiert und durchgeführt? Eigentlich auch vom Vorstand oder, wenn vorhanden, der Geschäftsleitung. 

Tipp: Hast du in deinem Vorstand oder im Verein jemand, der richtig gerne organisiert? Dann frag ihn/sie oder bilde ein Organisationskomitee OK und delegiere die Aufgabe. Behalte als Vorstand die Vorbereitungen im Auge, aber vertraue deinem OK. 

Checklist

Was?Wann?Wer?
Datum, Zeitpunkt und Ort bestimmen. Terminkollision mit anderen Anlässen vermeiden. 

So früh wie möglich.
Ideal: an der vorherigen Versammlung

Vorstand
Lokal und benötigte Infrastruktur reservieren.So früh wie möglich 
Grobplanung und Traktandenliste.2-3 Monate zuvorVorstand
Termingerechte Zustellung der schriftlichen Einladung mit Traktandenliste. Entweder mit separatem Brief und / oder Information im Vereinsbulletin.  Publikation auf der Vereins-Website. Gemäss Normstatuten mindestens sechs Wochen vorherVorstand
Rahmenprogramm? Referent? Unterhalter? Vorstand
Zusätzliche Einladung an Gäste
(evt. Medien) 
Zeitlich mit schriftlicher Einladung an Mitglieder 
Absprachen mit Verantwortlichen für Lokal, Infrastruktur und Verpflegung führen. Ungefähre Teilnehmerzahl fixieren. Mindestens 1 Monat vorher 
Anträge der Mitglieder im Vorstand besprechen. Verhalten und Taktik beschliessen. Rücksprache mit Antragsteller. Eingabefrist gemäss Statuten beachtenVorstand
Drehbuch mit Zeitplan erstellen. Zuteilung der einzelnen Traktanden an die Vorstandsmitglieder. Protokollführung, Gästebetreuung sicherstellen. 2 Wochen vorherVorstand
Kontrolle Lokalitäten, Einrichtung, Infrastruktur, Dekoration. 
Letzte Vorbesprechungen mit zuständigen Verantwortlichen (Eingangskontrolle, Bestuhlung, Verpflegung, Apéro, Sicherheit). Speziell überprüfen: technische Hilfsmittel wie Mikrophone, Hellraumprojektor, Beamer.
1 Tag vorherVorstand
Ablauf gemäss Drehbuch,
Betreuung Gäste
Einige Stunden zuvorVorstand
Protokollführung: Reinschrift innerhalb vorgegebener Frist überprüfen.DanachPräsident
Vorstand

Quelle: Samariterbund Schweiz

Neuer Präsident – wer unterschreibt?

Es wird ein neuer Präsident gewählt und nachher fragt man sich, wer muss das Protokoll unterschreiben? Das Protokoll wird vom Protokollführer und dem Vorsitzenden der Versammlung unterzeichnet. Der Vorsitzende ist, wer die Versammlung geleitet hat.

Die Statuten werden von einem unterschriftsberechtigten Mitglied des Vorstands unterzeichnet. Sind nur zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam unterschriftsberechtigt, müssen zwei Vorstandsmitglieder unterzeichnen. 

Ängste und Sorgen: die Rede oder das renitente Mitglied

41 Prozent der Menschen stehen nicht gerne vor Publikum. Denk daran, falls du für die Versammlung eine Rede halten musst. Du bist mit deiner Furcht nicht allein. Aber da musst du jetzt durch, darum: 

  • Schau die Leute an, nimm Sichtkontakt auf.
  • Signalisiere, ich bin da. Du wirst bemerken, dass dir so manch wohlwollendes Gesicht entgegenblickt. Das tut gut.
  • Lächle. Sei freundlich.

    Wenn ein Mitglied sich nicht mehr spürt…

Ein weiteres Sorgenfeld sind «renitente Mitglieder». Wie gehst du mit jemandem um, der die Versammlung stört? Jemand, dessen Redefluss du kaum unterbrechen kannst? Sprich die Person an und:

  • Kontrolliere deine Emotion
  • Bleibe freundlich
  • Spar dir Ausreden
  • Verstehe das Problem
  • Stelle dich nicht über die andere Person
  • Frage, was die Situation verbessern würde

Und wenn das alles nicht hilft? Und der/die jemand redet und redet und redet? Dann wird die Person höflich, aber bestimmt aus dem Raum begleitet.

Die Person droht und zetert und will die Beschlüsse anfechten? Das Gesetz und Art. 67 ZGB formulieren das so: «Über Gegenstände, die nicht gehörig angekündigt sind, darf ein Beschluss nur dann gefasst werden, wenn die Statuten es ausdrücklich gestatten.»

Mach ein Happening 

Gruppenfoto mit allen. Ein Happening an der GV.

Die Mitgliederversammlung für Vereine liegt an – aber die Organisation liegt dir auf dem Magen. Eingangs haben wir dir geraten, jemanden zu suchen, der die Versammlung mit Freude organisiert. Vielleicht findest du niemand und es liegt trotzdem an dir.

Tipp: Mach ein Happening aus der Versammlung. Organisier ein leckeres Catering. Engagiere einen Unterhalter. Nutze die Gelegenheit und mach mal wieder ein dynamisches Foto mit möglichst vielen Mitgliedern.

Ein fröhliches «Cheeeeeeese» und deine Social Media-Kanäle oder die Website freuen sich über neue Schnappschüsse aus dem Vereinsleben. 

Du wirst sehen, diese kleine «Ablenkung» kann Balsam für die geschundene Organisations-Seele sein. Denn plötzlich überdeckt die Vorfreude auf das feine Essen oder den gemeinsamen Foto-Plausch den Ärger über das «mühselige» Organisieren.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Wir freuen uns über deinen Kommentar. 

21. Januar 2022 0 Kommentare
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Vereine

Vorstandsmitglied gesucht

von Karl Gunkel 19. Januar 2022

Vereine blicken neidisch auf die politischen Parteien. Zumal, wenn ein neues Vorstandsmitglied gesucht wird. Bei Parteien ist fast jedes Amt umkämpft. An KandidatInnen herrscht selten ein Mangel.

Vorstandsmitglied gesucht – wie du es anpackst

Vorstände wissen oft nicht, über welchen Schatz sie im Mitgliederkreis verfügen.

Selbst bei renommierten Vereinen erlebt man oft, dass sich niemand mehr für ein unbezahltes Ehrenamt findet. Wie oft liest man sogar von Vereinen, die auf einer Versammlung den letzten Notruf absetzen?

Warum ist das so? Abgesehen von der sinkenden Bereitschaft, aktiv in einer Vereinsverwaltung tätig zu sein, sind oft organisatorische Gründe ein Hindernis.

Gewählt für zwei Jahre

Das größte Hindernis ist, dass man, einmal gewählt, befürchten muss, dass man ein Amt nicht mehr los wird. Meist ist in der Satzung keine Beschränkung der Wiederwahl vorgesehen.

Ich habe einen Fachverband kennengelernt, da wurde das Vorstandsmitglied gesucht, gefunden und für zwei Jahre gewählt –  keine Wiederwahl. Dieser Verband hatte nie Probleme, einen Vorsitzenden zu finden. Jeder wusste, dass man nach zwei Jahren das Amt wieder los ist. Anders gesagt: Vorstandsmitglied gesucht auf die raffinierte Art.

Qualitative Auswirkung

Ein weiterer Vorteil: die Zahl der ehemaligen Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder in der Mitgliederversammlung war hoch. Also waren immer viele Mitglieder da, welche die Vereinsdetails kannten. Viele wirkten schonmal im Vorstand. Das hat sich qualitativ auf die Vereinsarbeit ausgewirkt.

Wahlen zeitlich versetzt ansetzen

Weitere Möglichkeit: wird ein Vorstandsmitglied gesucht, setze die Wahl zeitlich versetzt an. Oft ist es so, dass nicht nur der Vorsitzende altershalber aufhören will. Der hat sich im Laufe des Jahres auch mit Vorstandsmitgliedern umgeben, die mittlerweile auch älter geworden sind. Da ist es kein Wunder, dass die Gelegenheit, dass der Vorsitzende aufhört, genutzt wird um ebenfalls aufzuhören.

Wenn man bei einer zweijährigen Amtszeit jedes Jahr die Hälfte des Vorstands wählt, ist beim Wechsel-Ausfalls des Vorsitzenden immer noch der Stellvertreter im Amt. Diesen kann man dann eher überreden kann, den Vorsitz zu übernehmen.

Plötzlich läuft die Zeit GEGEN den Verein

Ein weiterer Vorschlag: strategische Positionen mit einem Stellvertreter zu versehen. Der Schatzmeister, der die Vereinsbuchhaltung macht, hat zum Beispiel sehr viel Arbeit. Wenn der zurücktritt, hat man oft ein Problem, einen Nachfolger zu finden. Man findet leichter einen Vorsitzenden als einen Schatzmeister. Der könnte dann mit seinem Stellvertreter auch die Arbeit aufteilen.

Meist wird zu spät angefangen. Oft erst, wenn der Vorsitzende oder ein anderes Vorstandsmitglied seinen Rücktritt schon datiert hat. Dann läuft die Zeit gegen den Verein. So früh wie möglich anfangen, NachfolgerInnen aufzubauen. Eine vorsorgliche Strategie ist gefordert.

Warum denn in die Ferne schweifen?

Vorstände wissen oft nicht, über welchen Schatz man im Mitgliederkreis verfügt. Es gilt herauszufinden, wer unter den Mitgliedern Kompetenz, Verantwortungsbereitschaft und die entsprechende Portion Mut verfügt. Vorstandsmitglied gesucht oder warum denn in die Ferne schweifen?

Kreativ einbringen, aktiv zeigen

Damit haben auch Mitglieder die Möglichkeit, sich kreativ einzubringen und sich aktiv zu zeigen. Dabei sieht man sehr schnell, wer von den Mitgliedern Führungsqualitäten hat. Es lohnt, solche Mitglieder in die Vorstandsverantwortung hineinwachsen zu lassen.

Es muss auch attraktiv sein, wenn ein Vorstandsmitglied gesucht, ist das Vorstandsamt anzunehmen. Hat ein Verein eine klare Struktur, ein zeitgemäßes Leistungsprofil, vielleicht auch Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen konkurrierenden Vereinen? Das macht den Verein schon mal interessanter.

Grausame Online-Auftritte

Auch die Außenpräsenz des Vereins und das Image des Vorstands ist wichtig. Jeder Verein hat eine Webseite, meist der grausamen Amateurart. Pressearbeit und Social Media sind oft auch amateurhaft. Das reizt nicht, ein Vereinsamt anzunehmen. Der Verein muss das Gefühl vermitteln, dass man stolz sein kann, Mitglied zu sein, dass man an Ansehen gewinnt, wenn man im Vorstand tätig ist. 

Nicht unterschätzen: Spaß und Erfolg

Es muss attraktiv sein, ein Vorstandsamt anzunehmen.

Organisiere die Vorstandsarbeit so,

  • dass man sich in einem Team selbst verwirklichen kann
  • dass man gestalten kann
  • dass man erfolgreich sein kann
  • dass es Freude macht

Schaffst du das, dann ist ein Vorstandsamt attraktiv. Dann wird der Punkt „Vorstandsmitglied gesucht“ nicht zum Spiessrutenlauf. 

Es lohnt, die Zusammenarbeit und die Aufgabenteilung im Vorstand auszuarbeiten. Schau dabei auch mal die Struktur des Vorstandes an.

Das Amt des Schriftführers ist überaltert. Heute wäre stattdessen wichtiger, jemanden zu haben, der die Öffentlichkeitsarbeit managt – also eher Pressereferentin statt Schriftführer.

Vorstandsarbeit ist oft eine Black Box

Potentielle Kandidaten haben meist falsche Vorstellungen über die Vorstandsarbeit. Also mehr Dialog mit den Mitgliedern. Es gibt Vereine mit einer öffentlichen Vorstandsitzung. Andernorts erhalten Mitglieder zeitnah die Info, was der Vorstand beraten hat. Auch könnte man die Protokolle der Vorstandssitzung digital zur Verfügung zu stellen.

Ausbildung und Seminare anbieten

Ausbildungsangebote: Damit kann man die ehrenamtlichen belohnen und der Verein profitiert. Schule den Pressereferenten in Öffentlichkeitsarbeit, den Schatzmeister im Gemeinnützigkeitsrecht und so weiter.

Apropos Ausbildung: Stefan Bachmann von BirdLife Schweiz sagte uns zum Thema: «Wir unterstützen gemeinsam mit unseren Kantonalverbänden unsere Sektionen mit Know-How und Kursen und mit persönlichen Kontakten.»

Ebenfalls lohnen Angebote wie Führungskräfteseminare für den gesamten Vorstand. Davon haben berufstätige Vorstandsmitglieder etwas. Das können sie auch im Berufsleben als Qualifizierung vorzeigen.

Oder wie wärs mit Teambildungsmaßnahmen? Beliebt sind Events, gemeinsame Herausforderungen bis zu Survivaltrainings. Allerdings muss man im Auge behalten, ob so etwas von den Mitgliedsbeiträgen finanziert werden kann.

Welche Erfahrungen machst du beim Thema Vorstandsmitglied gesucht? Schreib einen Kommentar.

19. Januar 2022 0 Kommentare
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