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Den Rennvereinen rennen die Läufer davon

von Stefan Del Fabro
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«Luzerner Stadtlauf kehrt zurück zur Normalität.» So jubelte der Verein Luzerner Stadtlauf unlängst auf seiner Website. Realität ist aber; den Rennvereinen rennen die Läufer weg. Anstatt aber weit über 12’000 Läufer, gingen im ersten Nach-Corona-Lauf «nur» noch 9’062 Menschen an den Start. Ein trauriger Trend.

Auch anderen Rennvereinen rennen die Läufer davon

Stadtläufe verlieren Rennläufer.

Der grösste Schweizer Stadtlauf findet in Bern statt. 2019 meldeten sich 32’425 Menschen an. An der Ausgabe 2022 nahmen 20’114 LäuferInnen teil. Ein herber Rückschlag für das gemeinnützig tätige Komitee «Grand Prix von Bern». Im Leitbild steht: «Wir wollen wachsen.»

Am Lausanner Stadtlauf «20 km de Lausanne» rannten 17’740 Sportbegeisterte. 2019 waren es noch 27’201. Der Verein Kerzerslauf registrierte 4’895 Finisher – das war fast eine Halbierung gegenüber 2019. 

Den Schweizer Rennvereinen rennen die Läufer davon – buchstäblich. Das ist dem Verein Swiss Runners bewusst. 43 Laufveranstaltungen gehören dem Verein an. Swiss Runners-Geschäftsführer Reto Schorno hat mit weniger Läufern gerechnet: Man habe einen Rückgang von 20 bis 30 Prozent erwartet, so Schorno im Tagesanzeiger

Ein Kommentar-Schreiber hat einen Verdacht, weshalb es zu Rückgängen gekommen ist: «Vielleicht haben gewisse Veranstalter während der Pandemie trotz aussichtsloser Situation einen Lauf organisiert und dann die Teilnahmegebühr nur teilweise zurückerstattet?»

Wie du dem Exodus vorbeugen kannst

Diese These lässt sich kaum überprüfen. Aber sie gibt uns einen Hinweis, wo man ansetzen kann. Nicht nur als Veranstalter, sondern generell als Verein. Verloren gegangenen Teilnehmer sind ähnlich schwierig zurückzuholen, wie abtrünnig gewordene Mitglieder.

Rückgang von 20 bis 30 Prozent wurde erwartet.

Stichwort Kommunikation. Wie man einen Exodus zumindest abfedern kann, zeigt die Rennserie Zürilauf-Cup. Auch diese 11teilige Lauf-Serie hat LäuferInnen verloren. Während der Pandemie wurden ehemalige Teilnehmende über extra eingerichtete Social-Media-Kanäle und Newsletter regelmässig informiert. 

Das Resultat war zunächst ernüchternd. Bei den ersten Rennen 2022 wurden ebenfalls bis zu einem Drittel weniger Läufer registriert. Aber der Trend scheint gestoppt. Der Flughafenlauf erreicht fast schon wieder das Vor-Corona-Niveau. 

Inputs gegen den Mitglieder-Exodus

Viele Stadtläufe werden von Vereinen organisiert. Hinter dem Zürilauf-Cup steht eine Bank. Die hat natürlich andere Ressourcen. Dennoch kann dieses Beispiel als gutes Vorbild dienen. Ganz nach dem Motto: bleib immer nah an deinen Mitgliedern. 

Was sagst du zur These «Rennvereinen rennen Läufer davon»? Wie behandeln du und dein Verein das Thema Mitglieder oder Freiwillige, die den Verein verlassen? Schreib deinen Kommentar. 

Komm am 29. Oktober an unser „Forum für Vereine“. Da geben versierte Vereins-ExpertInnen genau darüber Auskunft. An einem Podium diskutieren sie über das Thema „Mitgliederbetreuung“. 

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