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Vereine

Rechte und Pflichten vom Vereinsmitglied – Fokus „die Pflichten“

von Stefan Del Fabro 13. Juni 2022

Jedes Mitglied eines Vereins hat Rechte. In unserer 2-teiligen Miniserie «Rechte und Pflichten vom Vereinsmitglied» legen wir diesmal den Fokus auf die Pflichten.

Die Pflichten vom Vereinsmitglied auf drei Pfeilern

Jedes Vereinsmitglied hat drei Pflichten.

  1. Beitragspflicht
  2. allgemeine Treuepflicht
  3. Mitwirkungspflicht

Was bedeutet die Beitragspflicht?

Clever löst es der FC Embrach. Der Fussballverein hat Richtlinien zur Bezahlung der Mitgliederbeiträge verfasst: «Ein Mitglied des FC Embrach hat grundsätzlich den vollen Mitgliederbeitrag zu bezahlen. Beitragspflichtig sind Aktivmitglieder, Junioren, «Freunde des FCE» und Passivmitglieder.» Ganz nach dem Motto also: Keep it simple. 

Ähnlich pragmatisch packt der Verband Schweizer Tourismusmanager das Thema an. Du findest im Link das PDF mit dem Titel: Reglement über die Mitgliederbeiträge. 

Christa Camponovo von der Fachstelle vitamin B formuliert es so: «Will der Verein Beiträge von den Mitgliedern erhalten, braucht es dafür statuarische Grundlagen.» Camponovo empfiehlt: «In den Statuten können Mindest-, Höchstbeiträge oder eine Bandbreite geregelt werden. Über den Betrag bestimmt die Mitgliederversammlung.» Auch hier greift «Keep it simple» Faustregel. 

Wann gilt die allgemeine Treuepflicht?

Der Verein muss die Interessen seiner Mitglieder nach Möglichkeit wahren. Zudem sollen Mitglieder Schädigungen des Vereins unterlassen.

Was heisst Mitwirkungspflicht?

Die Mitglieder sind verpflichtet, die Statuten, Reglemente und Richtlinien des Vereins einzuhalten. So fasst es der Schweizerische Berufsverband für Bewegungs-, Tanz- und Körpertherapie zusammen. 

Wie sind die Pflichten eines Vereinsmitgliedes unterteilt?

Soweit die drei Basis-Pflichten. Weiter sind die Pflichten eines Vereinsmitgliedes unterteilt in «vermögensrechtliche» und «persönliche». Das Gesetz sieht keine persönlichen Pflichten vor, diese können jedoch in den Statuten enthalten sein. Einzig die Treuepflicht eines Mitgliedes könnte man als ungeschriebenen Rechtsgrundsatz betrachten, wobei eine Verletzung derselben sogar zu einem Ausschluss aus dem Verein führen kann.
Zu den vermögensrechtlichen Pflichten eines Mitgliedes gehört es, einen Mitgliederbeitrag zu  bezahlen.

Andere Länder – andere Regeln

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Rechte und Pflichten vom Vereinsmitglied ausserhalb der Schweiz? Wir haben das Land mit dem jeweiligen Direktlink unterlegt:

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Rechte und Pflichten Vereinsvorstand

So viel zum Thema Rechte vom Vereinsmitglied. Für den Bereich «Vereinsvorstand» hat der Jurist Florian S. Jörg einen praktischen Text veröffentlich. Wir verlinken das Pdf «Aufgaben, Rechte und Pflichten des Vereinsvorstandes». 

Hast du Fragen zu den Pflichten vom Vereinsmitglied? Wie ist das in deinem Verein geregelt? Schreib deinen Kommentar. Vielen Dank. 

13. Juni 2022 0 Kommentare
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Vereine

Rechte und Pflichten vom Vereinsmitglied – Fokus «die Rechte»

von Stefan Del Fabro 10. Juni 2022

«Ich bin Vereinsmitglied. Aber ich darf an der GV nicht abstimmen. Warum?» Diese oder ähnliche Fragen erreichen uns oft. Über Rechte und Pflichten vom Vereinsmitglied handelt dieser Beitrag. Heute mit Fokus auf die Rechte. 

Die Rechte des Vereinsmitgliedes teilen sich in drei Gruppen auf

Die drei Rechte des Vereinsmitgliedes.

  1. Mitwirkungsrecht
  2. Benutzungsrecht/Vermögensrecht
  3. Schutzrecht

Mit (1) Mitwirkungsrecht ist das Wahlrecht gemeint. Beim (2) Benutzungsrecht (manchmal auch Vermögensrecht genannt) hat ein Vereinsmitglied zum Beispiel bei einem Sportverein das Recht, die Sportanlagen zu benützen. Das (3) Schutzrecht kommt dann zum Einsatz, wenn das Mitglied einen Vereinsbeschluss anfechten will. 

Warum ist das Mitwirkungsrecht das wichtigste Instrument?

Die Segler sind im Segelverein, Sängerinnen im Gesangsverein, Grüne Daumen im Gartenverein. So verbringt man freie Zeit mit Gleichgesinnten und wird gleichzeitig Mitglied eines Vereins. Dadurch erhält man automatisch ein wichtiges Mitwirkungsrecht: das Stimmrecht. 

«Grundsätzlich haben alle Mitglieder ein Stimmrecht.» Diesen Satz haben wir 2017 auf dieser Plattform publiziert. Nun folgt das grosse Aber: «Die Statuten können vorsehen, dass Passivmitglieder kein Stimmrecht an der Versammlung haben.» Die Eingangsfrage, warum «ich an der GV nicht abstimmen darf» ist damit beantwortet. Der Fragende kann nur Passivmitglied sein. Die Statuten haben das Stimmrecht für ihn ausgeschlossen.

Mitglieder «nur» Sympathisanten

Selbstverständlich können Statuten auch so formuliert sein, dass nur der Vorstand, nicht aber das normale Aktivmitglied ein Stimmrecht hat. User Max hat uns 2019 genau danach gefragt. Unsere Reaktion: «Wenn nur der Vorstand abstimmen soll, dann muss man die anderen Mitglieder eigentlich gar nicht in den Verein aufnehmen. Man könnte die Mitglieder auch als Sympathisanten führen.»

Wie ist es mit dem Stimmrecht von jugendlichen Mitgliedern?

Sportvereine sind vom Themenkomplex «Rechte und Pflichten vom Vereinsmitglied» besonders betroffen. Viele Kinder und Teenager betätigen sich sportlich in Vereinen. Unproblematisch ist es für das Ü18-Mitglied. In der Schweiz darf man ab 18 Jahren politisch mitbestimmen. Ergo auch auf Vereinsebene. 

Und die Jüngeren? Kinder werden in der Regel von den Eltern vertreten. Teenagern dürften eher selbst abstimmen. Um auf der sicheren Seite zu sein, regelst du auch das in den Statuten.

Benutzungsrecht/Vermögensrecht

So hochgestochen sich der Begriff «Vermögensrecht» anhört, so unspektakulär ist die praktische Umsetzung. Viele Vereine haben ein Clubhaus oder besitzen eine eigene Vereinsanlage. Mitgliedern stehen diese Einrichtungen oft kostenlos oder zu reduzierten Preisen zur Verfügung. Das Vermögensrecht wird darum auch simpel Benutzungsrecht genannt. 

Was definitiv nicht unter Vermögensrecht fällt, wäre die Ausschüttung von Dividenden. Ein Verein verfolgt in der Regel einen nichtkommerziellen Zweck.

Schutzrecht

Das Schutzrecht garantiert ein «rechtskonformes Vereinsleben». Das bedeutet zum Beispiel den Schutz des Vereinszwecks, den Schutz der Mitgliedschaft oder auch das sofortige Austrittsrecht eines jeden Mitglieds aus wichtigem Grund. Das Schweizerische Zivilgesetzbuch regelt das in den Artikeln 74 und 75. 

Andere Länder – andere Regeln

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Rechte und Pflichten Vereinsvorstand

So viel zum Thema Rechte vom Vereinsmitglied. Für den Bereich «Vereinsvorstand» hat der Jurist Florian S. Jörg einen praktischen Text veröffentlich. Wir verlinken das Pdf «Aufgaben, Rechte und Pflichten des Vereinsvorstandes». 

Hast du Fragen zu den Rechten vom Vereinsmitglied? Wie ist das in deinem Verein geregelt? Lass uns mit deinem Kommentar teilhaben. Wir freuen uns auf deinen Beitrag. 

10. Juni 2022 0 Kommentare
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Vereine

Wenn Vereins-Rechnungen nicht bezahlt werden

von Stefan Del Fabro 7. Juni 2022

Was passiert eigentlich, wenn Vereins-Rechnungen nicht bezahlt werden? Ein Frauenverein lieferte einem Hochzeitspaar einen Apéro. Bezahlt wurde dieser jedoch nicht. Für die Säckelmeisterin begann ein mühsamer Spiessrutenlauf.

Keine Reaktion auf die Vereins-Rechnungen, bis…

Wenn die Vereins-Rechnung nicht bezahlt wird…

«Ich habe immer wieder gemahnt». Die Kassierin des Frauenvereins wurde immer verzweifelter. Die Kassierin schrieb Mails und SMS, sie rief sogar beim säumigen Brautpaar an. Reaktion? Keine!

Der Vorstand verschickte eingeschriebene Briefe. Reaktion? Immer noch keine! Also leitete der Verein schliesslich eine Betreibung ein. Nun endlich wurde der Apéro beglichen. Happy-end für den Frauenverein.

Der Staat wird eingeschaltet

Für unsere Leserschaft ausserhalb der Schweiz: Das Wort «betreiben» wird im Kontext mit offenen Rechnungen verwendet. Eine «Betreibung einleiten» heisst, Geld mit staatlicher Unterstützung zurückzufordern. In jeder Schweizer Gemeinde gibt es eine eigene Behörde namens «Betreibungsamt». 

Auch Vereine dürfen betreiben

Wenn man jemandem betreibt, muss man am Wohnort des Schuldners das Betreibungsbegehren einreichen. Das Verfahren steht auch Vereinen zu. Der Gläubiger füllt ein Formular aus und zahlt einen Kostenvorschuss. Das Betreibungsamt stellt dem Schuldner den Zahlungsbefehl zu.

Muss dein Verein jemanden betreiben? Ist das ein Thema im Vorstand? Da sind praktische Webseiten, der Link führt dich sofort auf die richtige Unterseite:

  • betreibungsschalter.ch
  • ch.ch
  • wikipedia.org

Jeder Siebte hat eine offene Betreibung

Apero bezahlt – Happy end für den Frauenverein.

In der Schweiz werden jährlich um die 3 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt. Das ist bei einer Einwohnerzahl von 8,637 Millionen eine erstaunlich hohe Zahl. Aber diese lässt sich erklären: Notorische Nicht-Zahler. Das sind Firmen, Vereine oder Personen mit einer miesen Zahlungsmoral. „Jeder Vierte wurde schon einmal betrieben. Jeder Siebte hat aktuell einen negativen Eintrag im Betreibungsregister.“ Zu diesem Schluss kommt das Vergleichsportal Comparis. 

Die Betreibungszahlen in der Schweiz sind rückläufig. 2019 gingen 3,1 Millionen Zahlungsbefehle raus. 2020 (das sind die aktuellen Zahlen) waren es noch 2,7 Millionen. Vielleicht ein Corona-Effekt. 

Offene Rechnungen. Fragen um Mitglieder-Beträge. Ärger mit Kreditoren. Wir publizieren regelmässig Texte zu diesem weiten Themenbereich. Das ist die praktische Übersicht über all unsere verwandten Texte: 

  • Aktivitäten fallen aus – Mitgliederbeitrag?
  • Vereinsauflösung
  • Verein bezahlt seine Rechnungen nicht mehr

Waren du oder deine Kasse auch schon in der Schockstarre? Wenn Vereins-Rechnungen nicht bezahlt werden, kann einem schon schwummrig werden. Wie habt Ihr reagiert. Was empfiehlst du anderen? Schreib einen Kommentar. 

7. Juni 2022 0 Kommentare
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Vereine

Was tun eigentlich Pfingstvereine?

von Stefan Del Fabro 3. Juni 2022

Es ist keine Schande, nicht zu wissen, was wir an Pfingsten feiern. Die wenigsten haben eine konkrete Ahnung. Ein regelrechter schwarzer Fleck ergibt zudem die Frage: Was tun eigentlich Pfingstvereine? Das wissen noch weniger. Also; was machen sie?

Was machen Pfingstvereine?

«Seit 1980 wird das traditionelle Pfingstgelage als Dorffest gefeiert.» So beschreibt es der Pfingstverein Cörmigk auf seiner Website. 

«Der Verein bezweckt die Bewahrung der Tradition unserer Gemeinde Herbsleben, insbesondere das Brauchtum des traditionellen Pfingstfestes durch das Holen und Aufstellen der Pfingstbäume.» So erklärt sich der Herbslebener Pfingstverein in seiner Satzung. 

«Das Pfingsttreiben in Großjena beruht auf einer alten heidnischen Sitte.» So beschreibt der örtliche Pfingstverein seine Tätigkeiten. 

Eine schöne Ehre erfuhr 2018 der Pfingsttanz der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra. Der Brauch wurde «in das Unesco-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen“.

«Modellhafte Pfingstvereine»

„Brauch führt zu Zusammenarbeit“, freut sich Sachsen-Anhalt.

Cörmigk – Herbsleben – Großjena – Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra. Es sind vier willkürlich aus dem Internet herausgepickte Ortschaften, wo sich Pfingstvereine gut etabliert haben. Gemeinsam ist den Orten, dass sie allesamt im Osten Deutschlands liegen. Herbsleben in Thüringen, Großjena, Cörmigk und Mansfelder-Grund-Helbra in Sachsen-Anhalt. Das freut die Regierung des Bundeslandes. «Die Pfingstvereine in den beteiligten Dörfern zeigen modellhaft, wie ein gemeinsamer Brauch zu intensiver Zusammenarbeit auf kommunaler und kultureller Ebene führen kann.» So fasst es der Kultur-Förderbericht des Bundeslandes Sachsen-Anhalt zusammen.

Selbst Theologen tun sich mit der Bedeutung schwer

Die erste Assoziation, die viele von uns mit Pfingsten verbinden, ist ein verlängertes Wochenende. Dieses Jahr findet es am Sonntag und Montag, 5. und 6. Juni statt. 

Der Begriff Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort „pentekosté“, der Fünfzigste, ab. Darum feiern wir Pfingsten 50 Tage nach Ostern. Bis zum 4. Jahrhundert wurde an Pfingsten auch die Himmelfahrt Christi gefeiert. Dann entwickelte sich dafür allmählich ein eigener Feiertag. Vermutlich geht Pfingsten auf das jüdische Fest Schawuot zurück, eine Feier der ersten Ernte im Jahr. 

Selbst Theologen tun sich manchmal schwer. Auf der Website der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau steht: „Dieser gute Geist bewirkt bei Menschen, nicht nur früher sondern auch heute neue Kraft, neuen Mut. Wer vom Heiligen Geist erfüllt wird, spürt, dass sich innerliche Leere füllt mit der Liebe, die von Gott kommt.“ Und das Portal katholisch.de schreibt: „Dieser Heilige Geist, der auf die Jünger herabkam, schuf die Einheit der Gläubigen und hob die Kirche aus der Taufe.“ 

Was tun eigentlich Pfingstvereine? Welche Erfahrungen hast du? Teil sie mit der Community und schreib deinen Kommentar. 

3. Juni 2022 0 Kommentare
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Vereine

„Sportvereine sind unverzichtbar“

von Stefan Del Fabro 1. Juni 2022

Der Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS) ist Ansprechpartner für die vielen Sportskanonen, die sich auf 2’300 Mitgliedsvereine aufteilen. Fabio Tuor koordiniert beim ZKS als Verantwortlicher Verbands- und Vereinssupport / Sportförderung diese Ansprüche. Tuor findet: Sportvereine sind unverzichtbar. Was meint er damit? Wie fördert der ZKS den Sport? Wir haben mit Fabio Tuor gesprochen.

Warum sind Sportvereine unverzichtbar?

6 von 366’000 Zürcher Vereinssportlern.

366’000 Menschen sind im Kanton Zürich Mitglied eines Sportvereines. Das sind mehr SportlerInnen, als die zweit- (Winterthur) bis neuntgrösste Stadt (Opfikon) im Kanton Zürich zusammengezählt Einwohner haben! Enorme Zahlen, die zu enormen Bedürfnissen führen. Der Befund ist eindeutig: Sportvereine sind unverzichtbar. 

Fabio Tuor, wo drückt den Vereinen der Sportschuh am meisten? Welche Themen/Anfragen beschäftigen Sie häufig?

Fabio Tuor vom Zürcher Kantonalverband für Sport ZKS: In den letzten zwei Jahren haben sich auch beim ZKS viele Anfragen rund um das Thema Covid-19 und dessen Einfluss auf den Vereinsbetrieb gedreht. Die Thematik «Ehrenamtliche für Tätigkeiten zu finden und auch zu behalten», beschäftigt sowohl Verbände als auch Vereine intensiv. 

Die Pandemie hat hart getroffen. Teils sind die Mitgliederzahlen vor allem bei Sportvereinen dramatisch zurückgegangen. Wie helfen Sie?

Fabio Tuor: Wir erkennen anhand der Rückmeldungen von den Sportvereinen im Kanton Zürich keinen dramatischen Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Die Sportvereine haben auch während der Pandemie grossartige Arbeit geleistet.

Wir unterstützen unsere Mitgliederverbände und Vereine mit verschiedenen Angeboten. Einerseits bieten wir innerhalb des ZKS den Kurs «Ehrenamtliche finden und binden» an. Andererseits möchten wir Unterstützung bieten, Ehrenamtliche bei administrativen Tätigkeiten zu entlasten.

Die ehrenamtlich engagierten Personen sollen sich auf die interessanten Tätigkeiten der Verbands- und Vereinsarbeit fokussieren können. Daher haben wir beispielsweise das Event Management-Tool Evagic mitentwickelt.

Kommen wir zu Ihnen Herr Tuor. Was tut der «Verantwortliche Verbands- und Vereinssupport» beim ZKS?

Fabio Tuor: Mein Verantwortungsbereich ist sehr vielfältig. Ich betreue verschiedene Dienstleistungen und unterstütze unter anderem Sportverbände im Zusammenhang mit der Nutzung der Notfall-App. 

Was ist die Notfall-App?

Fabio Tuor: Durch die Notfall-App profitieren Sportverbände von selbst definierten Alarmierungsmöglichkeiten, Krisenteams und Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Notfall.

Können Sie weitere Beispiele von Dienstleistungen des ZKS nennen?

Fabio Tuor: 2021 haben wir mit dem Podcast „ZKS Boxestopp“ eine neue Dienstleistung ins Leben gerufen. Dieser gibt VertreterInnen von Sportvereinen und -verbänden praxisnahe Hilfestellungen.

Dieser erscheint vier Mal pro Jahr und behandelt aktuelle Themen aus dem Vereinssport. Ein Thema war die «Ehrenamtlichen der Zukunft». In einer anderen Folge gingen wir auf den Bereich «eine Sportveranstaltung live übertragen» ein und haben beleuchtet, was in Bezug auf den Datenschutz und das Urheberrecht beachtet werden muss.

Bieten Sie und der ZKS auch Face-to-face-Angebote an?

Fabio Tuor: Ja. Verbands- und Vereinsvertreter profitieren seit Anfang 2021 vom ZKS TimeOut. Das ist eine moderierte Reflexion. Es werden Erfahrungen, Erkenntnisse und Herausforderungen ausgetauscht. Dieses TimeOut findet quartalsweise statt.

Welche Feedbacks bekommen Sie?

Fabio Tuor: Bisherige Teilnehmende schätzen die neu erlernten Methoden für den Umgang mit Herausforderungen. Sie loben auch die inspirierende und lehrreiche Vorgehensweise der Coaches.

Zurück zu Ihnen: Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit?

Fabio Tuor: Es fasziniert mich, dass ich mich regelmässig mit verantwortlichen Personen aus Zürcher Sportverbänden austauschen kann. Dabei ist es mir ein Anliegen, dass wir als Kompetenzzentrum und Dienstleister die Bedürfnisse der Zürcher Sportverbände und Sportvereine abdecken können.

Verstehen Sie Ihre Funktion eigentlich als «Mediator»? Oder greift das zu weit?

Fabio Tuor: Dies würde ich nicht so sehen. In meiner Tätigkeit geht es vielmehr darum Interessen der Sportverbände und Sportvereine herauszukristallisieren. Dann kann der ZKS diese als Organisation vertreten und unterstützen.

Auf der ZKS-Website schreiben Sie: «In meiner Tätigkeit beim ZKS möchte ich bedürfnisgerechte Massnahmen entwickeln und umsetzen, welche die Vereine im Bereich des Ehrenamts unterstützen.» Was bedeutet das im Alltag?

Fabio Tuor: Die Landschaft der Sportverbände und Sportvereine im Kanton Zürich ist sehr heterogen. Dies macht meine Tätigkeit sehr interessant, aber auch herausfordernd. Unser Ziel als ZKS ist es, unser Angebot möglichst breit, aber trotzdem individuell abzustimmen. Dies können wir erreichen, indem wir beim Austausch mit den Verbänden bewusst darauf achten, unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse einzubeziehen. Kleinere Verbände werden genauso angehört, wie Verbände mit einer grossen Anzahl von Mitgliedervereinen.

Ebenso betonen Sie auf der Website, dass für Sie «Toleranz und bedingungslose Unterstützung unverzichtbar» seien. Heisst das im Umkehrschluss, dass Sie als Sportler – oder auch jetzt in der Tätigkeit beim ZKS – oft auf Intoleranz stossen?

Fabio Tuor: Nein, im Gegenteil. Gerade der Breitensport dient als sehr gelungenes Beispiel für Toleranz und Zusammenhalt. Dies durfte ich als Mannschaftssportler in der Vergangenheit so erleben. Und so erlebe ich dies nun auch beim ZKS.

In vielen Gemeinden gibt es den Vereinskoordinator. Sie sind in Ihrer Funktion auch ein Koordinator – und zwar zwischen einem grossen Sportverband und den vielen Vereinen. Was raten Sie jemanden, der/die sich für die Aufgabe des Vereinskoordinators auf Sportebene interessiert?

Fabio Tuor: Mein Bereich ist vielfältig.

Fabio Tuor: Die Begeisterung für den Vereinssport ist sicher eine wichtige Voraussetzung. Es ist zudem zentral, ein Verständnis für den Sportverein und dessen Umfeld mitzubringen. Dies ist insofern wichtig, weil Sportvereine von zahlreichen Anspruchsgruppen umgeben sind wie beispielsweise den Kantonalen und nationalen Sportverbänden, dem Bundesamt für Sport, Behörden (Gemeinde, Kanton, Bund) oder den eigenen Vereinsmitgliedern.

Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft. Welche Vereins- und/oder Verbandstrends kommen auf uns zu?

Fabio Tuor: Studien zeigen zum Beispiel einen Trend in Richtung individueller Sportausübung in Fitnesszentren. Doch der Sportverein hat nach wie vor eine sehr hohe Bedeutung insbesondere im Kinder- und Jugendsport. Denn die Sportvereine beschäftigen sich intensiv mit gesellschaftlichen Trends und Fragen. Verbände und Vereine versuchen das Angebot nach zukünftigen Trends und Bedürfnissen auszurichten. Sportvereine sind und bleiben unverzichtbar.

Vielen Dank für die Ausführungen Fabio Tuor vom Zürcher Kantonalverband für ZKS.

Wie hältst es du? Findest du, Sportvereine sind unverzichtbar? Welche Erfahrungen machst du mit Sportverbänden? Wir freuen uns auf deinen Kommentar. 

1. Juni 2022 0 Kommentare
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