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Vereine

Stiftungsmarketing für Vereine lohnt sich

von Stefan Del Fabro 11. März 2022

Dein Verein hat ein neues, geniales Projekt. Aber es fehlt das nötige Kleingeld. Stiftungsmarketing für Vereine lohnt sich. Ein Vertreter einer Stiftung gibt Auskunft. 

Worauf dein Verein beim Stiftungsmarketing achten sollte

Stiftungen sehen viele winkende Hände. Welches ist deine Hand?

Viele Vereine helfen. Wer aber hilft einem Verein in finanzieller Not? Diese Frage haben wir unlängst auf dieser Plattform gestellt. In loser Folge geben wir Tipps und Antworten. Heute geht’s um Stiftungen.

Wir fragen bei einer Stiftung nach – was sagt der Experte?

„Das Verfassen eines formal und inhaltlich überzeugenden Gesuchs gehört heute zu den wichtigsten Kriterien einer möglichen Projektfinanzierung.“ So formuliert es  Swissfoundations. Die Anleitung zur Erstellung von Fördergesuchen kannst du im PDF hier runter laden. 

Diese Anleitung ist prima. Aber sie ist maximal die halbe Miete. Denn nun geht es an die Auswahl. Welche Stiftung passt? Such sie sorgfältig aus. Sonst verpufft deine Energie. Wir haben bei nachgefragt. Der Geschäftsführer der Stiftung Schweizer Volkskultur SSVK Johannes Schmid-Kunz weiss, worauf es ankommt. 

Worauf soll jemand, der ein Gesuch stellt, besonders achten?

Kontaktangaben fehlen. Kein Finanzierungsplan.

Schmid-Kunz: „Die Gesuchsteller sollen zuerst die Grundbedingungen auf den Homepages der Stiftungen zur Kenntnis nehmen. Dazu gehören Termine und die Stiftungsbedingungen. Wichtig ist auch, keine flächendeckende Belieferung mit standardisierten Unterlagen zu machen.“

Was ist Ihrer Stiftung wichtig?

Schmid-Kunz: „Wir sind eine Förderstiftung, kein Sponsor. Immer wieder werden uns Sponsorendokumentationen zugestellt. Das Grundlagenpapier wurde gar nicht ausgefüllt.“

Welche Fehler passieren und sollten unbedingt vermieden werden?

Schmid-Kunz: „Wir erhalten unvollständige Gesuche. Es fehlen Kontaktangaben. Oder es liegt kein Finanzierungsplan bei.“

Herzlichen Dank Johannes Schmid-Kunz für die Auskünfte. 

Stiftungsmarketing für Vereine lohnt sich, aber…

Gehe gezielt vor. Das Giesskannen-Prinzip bringt nichts, denn…

  • …Stiftungen haben klare Stiftungszwecke
  • …ein Gesuch hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn es mit dem Stiftungszweck übereinstimmt oder sich so weit als möglich demselben annähert
  • …Stiftungen fördern eher Projekte als ganze Organisationen und deren Betriebskosten
  • …viele Stiftungen mögen langjährige Partnerschaften
  • …lade Stiftungsmitglieder zur nächsten Veranstaltung ein

Wo sind die Stiftungen?

Stiftungen mögen langjährige Partnerschaften.

Die in der Schweiz tätigen Stiftungen verwalten ein Gesamtvermögen von knapp 100 Milliarden Franken. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt BIP von Ländern wie Luxemburg, Kroatien, Slowenien oder dem 50 Millionen-Einwohner-Land Kenia. 

Diese 100 Milliarden werden von mehr als 13’000 gemeinnützigen Stiftungen verwaltet. Pro Kopf weist die Schweiz sechsmal mehr Stiftungen auf als die USA oder Deutschland.

Situation Schweiz – Deutschland – Österreich

Für Schweizer Stiftungen gibt es folgende Online-Übersichten:

  • Das Eidgenössische Departement des Innern
  • Verband Schweizer Förderstiftungen Swissfoundations

In Deutschland gibt es rund 23’000 rechtsfähige Stiftungen. 92 Prozent der Stiftungen verfolgen gemeinnützige Zwecke.

  • Bundesverband Deutscher Stiftungen

Für Österreich findest du HIER einen Link mit einer Übersicht zu gemeinnützig tätigen Stiftungen.

  • Österreichischer Stiftungsverband

Hast du Erfahrungen im Austausch mit Stiftungen? Lass uns und die Community teilhaben. Schreib deinen Kommentar. 

11. März 2022 0 Kommentare
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Vereine

„Ja, ich will“ – die Fusion von Vereinen

von Stefan Del Fabro 9. März 2022

Aus zwei Menschen mach ein Paar. Mehr als 70’000 Menschen haben sich 2020 in der Schweiz das Ja-Wort gegeben. Auch in der Vereinswelt kommt das vor. Bei der Fusion von Vereinen kommt zusammen, was so besser funktioniert. Beispiele aus der Praxis zeigen, wie das geht. 

Weshalb sich die Fusion von Vereinen lohnen kann

„Gemeinsam beschlossen, die Einzugsgebiete zusammenzuschliessen.“

«Wir haben fusioniert, weil sich die Zwecke der beiden Vereine zu einem relativ grossen Teil überschnitten haben.» Diese Antwort gibt es uns der Präsident vom KUND. Der Verein «Kultur Natur Deutschfreiburg» – eben KUND – ist 2017 aus einer Fusion entstanden. 

Sinkende Mitgliederzahlen – schnelles Handeln

Vor drei Jahren fusionierten die Jugendmusikvereine Wallisellen und Dübendorf zur Jugendmusik Glattal. „Bei beiden Vereinen waren die Mitgliederzahlen eher tief“, begründet Susanne Gerber unsere Anfrage. „Insbesondere Dübendorf wäre ziemlich bald nicht mehr spielfähig gewesen. So haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir die Einzugsgebiete zusammenschliessen und uns öffnen für das gesamte Glattal. So ist der neue Verein entstanden.“

Vereinsexperte Philippe Moor von Vereinscoaching.ch begleitet oft Vereins-Fusionen. Nähern sich zwei Vereine an, sollten sie zuerst über «die Anpassung der Strukturen und der Statuten» nachdenken. 

Auf Augenhöhe verhandelt

Wohin führt der gemeinsame Weg?

Genau dies war das Erfolgsrezept von KUND: «Wichtig war, dass beide Vereine auf Augenhöhe miteinander verhandelten», so Präsident Franz-Sepp Stulz. „Es war wirklich ein Zusammenschluss und nicht eine Übernahme».

Ähnlich gingen die Jungmusiker vor. „Beide alten Vereine hatten das selbe Ziel“, so Susanne Gerber von der Jugendmusik Glattal. „Die Prozesse waren bei den beiden Vereinen nicht ganz die selben. Man hat aber gemeinsam einen guten Weg gefunden wie der neue Verein aufgebaut werden soll.“

Harmonisch verschmelzen

Der Vereinsexperte sieht das ähnlich: «Man soll kulturelle Unterschiede wahr- und ernst nehmen», so Philipp Moor. Zudem propagiert er, «die längerfristige Planung nach der Fusion, Übergangsphase zu beachten.»

KUND hat dies umgesetzt. Präsident Stulz: «Die Vereinszwecke der beiden Vereine wurden harmonisch miteinander verschmolzen. Erfolgreiche Aktivitäten und Projekte aus den beiden Vereinen wurden beibehalten.» 

Festhalten an Bewährtem wird zum Stolperstein

Die beiden Beispiele sollen Fusions-interessierten Vereinen Mut machen. Stolpersteine gibt es immer noch genügend. «Hat es keine Vision, ist keine Strategie definiert» scheitern Fusionspläne laut Vereinsexperte Moor. Oft genug werde auch die Kommunikation vernachlässigt. Mitglieder würden kaum oder gar nicht informiert. «Festhalten an Bewährtem» nennt Philipp Moor als möglichen Scheiterungsgrund. Oder die «Angst vor einer ungewissen Zukunft».

Kindern und Jugendlichen eine gemeinsame musikalische Heimat geben. (Bild Jugendmusik Glattal)

Die Frage nach der Rechtswirksamkeit

Zurück nach Freiburg: „Der Fusionsprozess dauerte ein gutes Jahr und verlief völlig problemlos. Es gab in keinem der beiden Vereine nennenswerte Bedenken oder gar Widerstände» konstatiert KUND-Präsident Franz-Sepp Stulz. 

Das Hauptziel nicht aus den Augen verlieren war auch für die Glattaler Jungmusiker elementar. „Das wichtigste für uns war offen zu bleiben. Wir haben den Fokus darauf gesetzt, dass die Kinder und Jugendlichen gemeinsam Musik machen können“, so Susanne Gerber. 

Vorlage Fusionsvertrag

Plant dein Verein eine Fusion? Gibt es erste Gespräche oder Gedankenspiele? Lass dich vom Fusionsvertrag, der 2019 zur Gründung der Jugendmusik Glattal geführt hat, inspirieren. 

Die Vereinsheirat ist rechtlich geregelt: «Die Fusion von Vereinen, die im Handelsregister nicht eingetragen sind, wird mit dem Vorliegen des Fusionsbeschlusses aller beteiligten Vereine rechtswirksam.» So formuliert es Artikel 64 im Fusionsgesetz. 

Die legendärste Schweizer Vereins-Fusion

Selten schaffen es Vereins-Fusionen in die grossen Schlagzeilen. Die legendäre Ausnahme ist wohl der Zusammenschluss der beiden Eishockeyvereine Zürcher SC ZSC und Grasshoppers GC kurz vor der Jahrtausendwende. 

Der ZSC hatte viele Zuschauer, aber keinen Erfolg und kaum Geld. GC war dafür finanzstark, aber sportlich zweitklassig. So fusionierten die beiden Vereine am 8. April 1997 zu den ZSC Lions. Nur drei Jahre später war das neue Vereinskonstrukt Schweizer Meister.

Der fusionierte Eishockey-Verein gehört bis heute zu den Besten im Land. Er hat es sogar geschafft, die Eishockey Champions League zu gewinnen. Das ist sonst in keiner Sportart je einem Schweizer Verein gelungen. 

Fusionen in der Privatwirtschaft

Die beiden bisher grössten Fusionen in der Weltwirtschaft fanden zu einer ähnlichen Zeit statt: 1999 gingen Vodafone und Mannesmann zusammen, 2000 fusionierten America Online und Time Warner. 

Und in der Schweizer Wirtschaft? 

  • 1988 fusionierten die schweizerischen Brown, Boveri & Cie mit der schwedischen ASEA zur ABB.
  • 1996 schlossen sich die Basler Pharma-Multis Ciba Geigy und Sandoz zu Novartis zusammen. 
  • 1996 entstand der weltgrösste Personalvermittler Adecco durch die Fusion von Adia Interim mit Ecco. 
  • 1998 übernahm die Schweizerische Bankgesellschaft SBG den Schweizerischen Bankverein.
  • 2014 fusionierten die Zementkonzerne Holcim und Lafarge. 

Hat dein Verein Verschmelzungs-Gedanken?

Ist dein Verein aus einer Fusion entstanden? Kannst du Inputs geben? Hast du Fragen? Dann schreib einen Kommentar. Vielen Dank. 

9. März 2022 0 Kommentare
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Vereine

Vereinsprojekt braucht Geld – mach mal Crowdfunding

von Stefan Del Fabro 7. März 2022

Hast du schon mal an Crowdfunding gedacht? In unserer Reihe «Vereinsprojekt braucht Geld» wollen wir dich mit erfolgreichen Beispielen inspirieren. 

Vereinsprojekt braucht Geld – wie funktioniert Crowdfunding?

Crowdfunding geht so: Eine Vielzahl an Menschen – die Crowd – unterstützt ein Projekt finanziell. Crowdfunding-Projekte laufen Online. Im Vorfeld wird eine Mindestsumme definiert, die in einem festgelegten Zeitraum erreicht werden muss. Wird die angestrebte Summe nicht erreicht, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

Unser erste Beispiel bringt uns nach Rheinfelden. Das ist eine Schweizer Kleinstadt direkt an der deutschen Grenze. (Kurioserweise heisst die deutsche Stadt direkt auf der anderen Seite des Rheins ebenfalls Rheinfelden.)

«Breite Unterstützung – gutes Gefühl»

Der Fussballverein im schweizerischen Rheinfelden benötigte Geld für ein neues Klubhaus. Crowdfunding half. «Dank einem grossartigen Endspurt haben wir das Finanzierungsziel übertroffen.» Dominik Tanner vom FC Rheinfelden 09 jubelt: «Das ist ein sehr schöner Moment.»

Der sechstklassige FC Rheinfelden für einmal ganz gross. Präsident Tanner euphorisch: «Besonders freut mich, dass der FCR09 auf eine solch breite Unterstützung zählen konnte und immer noch kann – ein gutes Gefühl!»

Jubel beim FC Rheinfelden 09.

Der Funktionär hat allen Grund zur Freude. Innert Kürze kamen per Crowdfunding die avisierten CHF 50’000 zusammen. 152 Unterstützer haben für das neue Clubhaus gespendet. 

Viele Menschen bewegen Grosses

Wer «Crowdfunding FC Rheinfelden» googelt, dem fällt etwas auf. Das Projekt wurde Online breit und gut gestreut. Nicht nur auf der Vereinswebsite, sondern auch Social Media-Plattformen wie Facebook oder Linkedin machte der Verein auf sein Anliegen aufmerksam.

Der FCR09 fand zudem in lokalhelden.ch den idealen Partner für sein  Projekt. «Wir glauben daran, dass viele Menschen Grosses bewegen können», heisst es auf der Crowdfunding-Plattform. 

Wer hinter den Crowdfunding-Plattformen steckt

Hinter den Schweizer Lokalhelden steht die Bankengruppe Raiffeisen. In Deutschland gibt es mit 99 Funken etwas Ähnliches. Das ist eine Initiative regionaler Sparkassen. «Wir geben Privatpersonen, Vereinen oder Institutionen die Möglichkeit, eigene Ideen für regionale Projekte oder Produkte online zu finanzieren.» 

Dann kam Corona…

Dann kam das Virus – ohne Auftritte keine Einnahmen. (Pressebild Jazzchor Dresden)

Das nächste Beispiel bringt uns zum Jazzchor Dresden. Dieses Jahr feiert den Chor sein 10-jähriges Jubiläum. «Krönen wollen wir das mit einer neuen CD» so Julia Morgenstern vom Jazzchor. «Die Arrangements haben wir bereits bezahlt und erarbeitet. Dann kam das Corona-Virus.“ Die bittere Erkenntnis: „Ohne Auftritte, keine Einnahmen.“

Die JazzsängerInnen wurden kreativ und starteten ein Crowdfunding. Das erste Finanzierungsziel von € 5’000 wurde schnell erreicht, das Endziel von € 8’000 ist in greifbarer Nähe. 

Plattformen Schweiz – Deutschland – Österreich

Schweiz
crowdify.net/de
wemakeit.com
lokalhelden.ch

Deutschland
crowdfunding.de/plattformen
startplatz.de/crowdfunding-plattformen
99funken.de

Österreich
crowdfunding.at
wemaikeit.com/austria

Experten geben Einblick und Auskunft

In der Themenreihe „Vereinsprojekt braucht Geld“ gibt es weitere Artikel:

  • Stiftungsmarketing
  • Spendenparlament
  • Verein in finanzieller Not

Wir lassen VertreterInnen von Stiftungen und von Spendenparlamenten zu Wort kommen. Du bekommst Informationen aus erster Hand. Vielen Dank für deine Treue. Damit du keinen Text mehr verpasst, trag dich HIER in unseren Newsletter-Verteiler ein. 

Hat dein Verein bereits Erfahrung mit Crowdfunding? Lass uns und andere teilhaben. Danke für deinen Kommentar. 

7. März 2022 0 Kommentare
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Vereine

Die optimale Strategie für Vereine

von Stefan Del Fabro 4. März 2022

Die Welt ändert sich gerade drastisch. Zuerst eine Pandemie mit vielen Toten, nun ein Krieg in Europa. Wer hätte das noch vor zwei Jahren für möglich gehalten? Umso wichtiger, dass wir als uns Zivilgesellschaft verstärkt auf unsere Werte besinnen. Was hat das mit der Strategie für Vereine zu tun? 

Vision als Basis für Strategie für Vereine

Das oft propagierte Motto «Wir spielen Fussball…» oder «Wir kümmern uns um…» reichen nicht mehr aus. Vision, Mission oder Strategie für Vereine müssen keine ellenlang getexteten Dokumente sein. In der Kürze liegt viel Kraft. Zu den Grundlagen-Papiere gehören:

  • Leitbild
  • Vision
  • Mission
  • Führungsverständnis
  • Kernkompetenzen
  • Strategische Ausrichtung

Was gehört in die jeweilige Kategorie? Als Inspiration dienen uns verschiedene Vereine. Einige haben professionelle Strukturen, andere sind kleiner. 

Leitbild

Der Zürcher Verein Espoir formuliert es so: «Wir begegnen allen Menschen mit Respekt und Wertschätzung.» 

Vision

Der Sportverein Jona-Uznach Flames schreibt: «Wir fördern den gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung untereinander.»

Mission

Der österreichische Basketballclub BCO Bludenz will:  «…einer der attraktivsten Adressen im Basketball werden.»

Führungsverständnis

Für das Blaue Kreuz Basel ist «die Führungskultur geprägt durch Wertschätzung, Transparenz und Partizipation.»

Kernkompetenzen

Das Berner Ensemble Proton wählt den kurzen Weg und braucht drei Worte: «Musik – unsere Kernkompetenz».

Etwas ausführlicher formuliert es der in Uster ansässige Verein Konkret: «Das Organisieren und Begleiten von Zivildiensteinsätzen im Naturschutz ist unsere Kernkompetenz.» 

Strategische Ausrichtung

Für die richtige Strategie eines Vereines musst du kein Schach-Genie sein.

Der Aargauer Turnerverband bezeichnet sich als «verlässlichen Partner für die Mitglieder».

Herz & Kopf & Leidenschaft

Die optimale Strategie für Vereine muss also kein Papiertiger sein. Es braucht keine dicken Bücher. Es braucht das, was deinen Verein bestimmt jetzt schon ausmacht: Herz, Kopf und Leidenschaft.

Damit stossen wir noch in das geographische Herz der Schweiz vor. Dort ist uns ein gerade mal 136 Mitglieder umfassender Turnverein aufgefallen. Klein und schlau. 

Die vorbildliche Strategie der Urner Turner

«Wir werden als dynamischer, innovativer und moderner Sportverein wahrgenommen.» So beschreibt der Turnverein Schattdorf seine Vision. Und notiert zudem selbstbewusst: «Bis heute verstanden es die Verantwortlichen mit der Zeit zu gehen.»

Dieses Strategie-Pdf der Urner Turner ist geradezu vorbildlich. Die optimale Strategie für Vereine ist also kein Buch mit sieben Siegeln.

Wie sieht es in deinem Verein aus? Welche Grundlagen-Papiere gibt es? Hast du Tipps oder Inputs für andere? Danke für deinen Kommentar. 

4. März 2022 0 Kommentare
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Vereine

Schweizer Sportvereine boomen: 4,3 Mio Stunden Training pro Woche

von Stefan Del Fabro 2. März 2022

Die kleine Schweiz ist eine grosse Sportnation. Sportvereine boomen. Das zeigt sich im Medaillenspiegel an grossen Wettkämpfen. Und es spiegelt sich im aktiven Sportvereinsleben. Fast ein Viertel der Bevölkerung trimmt sich in einem Verein fit.

2 Millionen sorgen für den Sportvereins-Boom

In der Schweiz werden jede Woche 4’307’405 Stunden Sport trainiert.

Diese Geschichte beginnt mit einem kleinen Zahlenturm:

  • jeder fünfte Schweizer Verein ist ein Sportverein
  • fast ein Viertel der Bevölkerung ist in einem dieser 20’000 Sportvereine tätig. In Zahlen: fast 2 Millionen Menschen betätigen sich auf Vereinsebene sportlich
  • dreiviertel der Mitglieder in Schweizer Sportvereinen betreiben aktiv mindestens 3 Stunden Sport pro Woche

Wir haben gerechnet und kommen auf eine phänomenale Zahl: In der Schweiz werden somit 4’307’405 Stunden Sport trainiert – wöchentlich! Das wiederum ist soviel, wie wenn 102’557 Menschen eine ganze Arbeitswoche arbeiten. 

Unihockey beliebter als Eishockey oder Basketball

Schon 18 Schweizer WM-Medaillen im Unihockey.

Die beliebteste Teamsportart ist – wenig überraschend – Fussball. Dahinter folgen Volleyball und Unihockey. Und nicht etwa populäre Publikumssportarten wie Eishockey, Basketball oder Handball.

Das drittplatzierte Unihockey ist nicht mal olympisch. Aber in der Schweiz trotzdem unheimlich populär. «Man braucht dafür nicht viel mehr als einen Stock und einen Ball.» Das erklärt auch den Boom: Mitte der 1980er gab es knapp 1’100 lizenzierte SpielerInnen. 2015 lag diese Zahl bei weit über 30’000.  

An Weltmeisterschaften gehören die SchweizerInnen stets zu den Mitfavoriten. Bei den Herren gab es 8 Medaillen (1x Silber, 7x Bronze), bei den Damen sogar 10 Medaillen mit dem Höhepunkt Gold 2005. Auch als Austragungsort ist die Schweiz beliebt. Hierzulande wurden schon sechsmal eine Unihockey-WM austragen. Dreimal ein Herren-, dreimal ein Frauenturnier.

Sich im Unihockeyverein zu messen, kann sich also lohnen. Dass Schweizer Sportvereine boomen erlebt auch Volleyball. Dort aber figurieren Schweizer Nationalteams international unter ferner liefen. Einzig die Frauen schafften fünf Teilnahmen an einer Europameisterschaft. Beste Rangierung war ein 12. Platz am Turnier 1971.

Volleyball-Boom wegen einer Manga-Serie

Lücke zwischen Junioren und Erwachsenen wurde geschlossen. Volley boomt.

Ein Grund für den Volley-Boom könnte bei Volero Zürich liegen. In der Champions League gehört das Damenteam zum erweiterten Spitzenfeld Europas.

Bei den Jungs gibt es einen profaneren Grund: «Seit Monaten werden wir überrannt», sagt Nicolas Schwotzer. Er ist Nachwuchstrainer bei Volero Zürich. Inspiriert von der japanischen Manga-Serie «Haikyu», drängen Buben schweizweit in die Vereine.

Das erlebt auch Volley Schönenwerd. «Wir haben auf allen Altersstufen zugelegt», freut sich der Vereinspräsident in der Solothurner Zeitung. «Vorher klaffte zwischen Junioren und Erwachsenen einen Lücke. Diese hat sich geschlossen.»

Mit einer gewissen Portion Ironie darf man da ruhig sagen: für einmal hat es sich also gelohnt, Kinder vor dem Abspielgerät «abzugeben».

Es lebe der Sport

Warum Schweizer Sportvereine boomen liegt oft am persönlichen Umfeld. Für 60% sind Freunde die wichtigsten Gründe, im Verein Sport zu treiben.

Diese aktuellen Zahlen lassen aufatmen. Es scheint, als ob sich Schweizer Sportvereine Corona erfolgreich entgegenstellen konnten.

Egal ob es eine Manga-Serie ist, ob einem Freunde mitnehmen oder irgendwann der Gewinn einer WM-Medaille lockt: Schweizer Sportvereine tragen ihren wesentlichen Anteil am neuen Boom bei.

Der Couch-Potato fragt: «Wie viele Leute wurden schon beim Joggen entführt? Und wie viele beim Liegen auf dem Sofa?»

Der Sportler entgegnet: «Rennen. Keuchen. Fluchen. Nochmal.»

Oder wie einst Reinhard Fendrich sang: „Es lebe der Sport.“

2. März 2022 0 Kommentare
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